Versicherungsaktien warten weiter auf eine Erholung
Viel zu kurze Freude

Die Erwartungen waren hoch: Versicherungsaktien, so das Credo vieler Aktienstrategen, werden 2004 die Börsen nach oben ziehen. Eine verbesserte Eigenkapitalbasis, eine schlankere Kostenbasis und höhere Prämien sprachen ebenso für eine überdurchschnittliche Entwicklung des Sektors wie der Aufwärtstrend an den Aktienmärkten. Doch nach drei Monaten ist die Bilanz der Assekuranz-Titel mager. Der erhoffte Aufschwung ist im maladen Börsenumfeld versunken.

HB DÜSSELDORF. Genau genommen überstand die Euphorie für den Versicherungssektor an Europas Börsen nicht einmal den Januar. Lediglich in den ersten drei Wochen des Jahres legte der Euro Stoxx Insurance, Leitindex für die Versicherer der Euro-Zone, um rund acht Prozent zu. Dem Anstieg folgte allerdings ein doppelt so starker Rückschlag, so dass Versicherungs-Aktien unter dem Strich heute deutlich weniger Wert sind als zu Jahresbeginn. Dem konnten sich auch die deutschen Schwergewichte nicht entziehen: Die Allianz-Aktie notiert aktuell auf dem gleichen Niveau wie im November vergangenen Jahres. Und die Titel des weltgrößten Rückversicherers Münchener Rück sind in den Kursbereich zurückgefallen, von dem aus sie im Oktober 2003 ihre Zwischenerholung gestartet hatten.

Die Kursverläufe der Versicherungstitel zeigen, dass das Vertrauen der Anleger – den hohen Vorschusslorbeeren zum Trotz – noch nicht zurückgekehrt ist. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand: Nach Touristik-Aktien sind Versicherungswerte die ersten, die bei Terrorsorgen abgestoßen werden. Die Verunsicherung an den Börsen belastet die Unternehmen dabei gleich doppelt, weil fallende Kurse auch das Kapitalergebnis der Versicherer drücken. Schließlich gaben auch die kürzlich veröffentlichten Jahresergebnisse der Branchengrößen keine Impulse. Während die Allianz 2003 trotz einer erneut negativen Entwicklung auf der Dauerbaustelle Dresdner Bank immerhin einen Gewinn erzielte, rutschte die Münchener Rück erstmals seit fast 100 Jahren in die Verlustzone.

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