Viele Probleme bleiben trotz des Börsenaufschwungs
Rally nährt Zweifel

Fast drei Jahre lang wanderten die Anleger durch die Wüste der Aktienmärkte. Doch vor sechs Monaten tauchte am Horizont eine Oase auf – in Form einer globalen Aufwärtsbewegung. Ist das alles nur eine Fata Morgana?

PARIS/DÜSSELDORF. Deutsche Aktien haben sich seit dem Tief im März um fast 70 % erholt, der amerikanische Dow legte 30 % zu und in Japan stieg der Nikkei um fast 40 %. Unerschütterlich ist diese neue Aktien-Euphorie allerdings nicht. In der vergangenen Woche gingen die Märkte in Asien wieder drastisch nach unten, und in Russland stört die Yukos-Affäre nach der Verhaftung des Konzernchefs und der Teilverstaatlichung der Unternehmens-Aktien den Boom empfindlich. Hinzu kommen erste Zinssorgen. Marktbeobachter befürchten, dass die Währungshüter in London nicht als einzige Notenbank die Zinsen erhöhen werden. Setzt sich der Aufschwung in den USA fort, wird die Federal Reserve im nächsten Jahr Ähnliches im Schilde führen.

Anleger müssen mit großen Kursausschlägen rechnen – und wahrscheinlich mit Schlimmerem. „Viele Profis haben Angst, dass sich der Fehlstart von Anfang 2002 wiederholt“, sagt David Abramson, Chef-Stratege für Europa bei BCA Research in Montreal. Damals wurde die weltweite Aufwärtsbewegung, die im Oktober 2001 eingesetzt hatte, erstickt, als deutlich wurde, dass die Anzeichen für eine kräftige Wirtschaftserholung nur ein Trugbild waren.

Jetzt machen sich die Investoren Sorgen, dass der Konjunkturschwung in Amerika nicht aufrecht erhalten werden kann, und dass die auf den ersten Blick attraktiven Unternehmensergebnisse zu stark von Kostensenkungen und nicht vom Umsatzwachstum herrühren. Manche Experten haben überdies Bedenken, die Probleme um die Finanzierung des US-Leistungsbilanzdefizits könnten den Dollar nach unten ziehen – mit negativen Auswirkungen für Europa und Japan.

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