Was Anleger vom drittreichsten Mann der Erde lernen
Rat vom Stahlbaron

Als das US-Magazin Forbes vor wenigen Tagen seine neue Liste der reichsten Erdenbürger veröffentlichte, tauchte auf Rang drei ein kaum bekannter Name auf: Lakshmi (ausgesprochen Lackschmi) Mittal.

NEW YORK. Der indische Stahlbaron landete im Vorjahr noch weit abgeschlagen auf Rang 62. Jetzt zog er vorbei an vielen Multimilliardäre und hat vor sich nur noch Microsoft-Gründer Bill Gates und den Starinvestor Warren Buffett.

Anleger können auf Mittals Erfolg wetten, indem sie die Aktie seines Stahlimperiums Mittal Steel Group kaufen. Zudem liefert der 54-jährige Inder ein Lehrbeispiel für alle, die in den Club der Superreichen wollen, ihre erste Milliarde aber noch nicht verdient haben. Den Grundstein für sein laut Forbes 25 Mrd. Dollar schweres Vermögen legte Mittal vor 29 Jahren. Damals verließ der Sohn einer Stahlunternehmer-Dynastie die Heimat, um bei einem maroden indonesischen Stahlwerk einzusteigen. Seitdem hat Mittal seine schlichte Erfolgsformel beibehalten: Kaufe billig ein, mache deine Unternehmen durch brutales Sparen und vorsichtiges Modernisieren profitabel – und das Geld sprudelt wie von selbst.

Still und leise kaufte Mittal an den unwahrscheinlichsten Orten das zweitgrößte Stahlimperium der Welt zusammen. Zum weit gespannten Mittal-Reich zählen heute Firmen in Algerien, Kasachstan, Bosnien, Südafrika und Rumänien. In Deutschland schlug der Inder ebenfalls zu, als dort niemand mehr was von Stahl wissen wollte. In den USA nutzte er eine schwere Krise der Metallbranche zum Einstieg.

Welche Werte Mittal so über die Jahrzehnte einsammelte, zeigte sich erst im vergangenen Jahr. Im Dezember fusionierte der Inder mit einem Paukenschlag zwei seiner Tochterfirmen und schluckte gleichzeitig den größten US-Stahlkocher, International Steel Group (ISG). Sollten die ISG-Aktionäre die Transaktion auf der Hauptversammlung im April absegnen, steigt die neu benannte Mittal Steel Group zum größten Stahlhersteller der Welt auf.

Welche Lehren birgt die Geschichte des reichsten Asiaten, der heute in London lebt? Erstens, es lohnt sich, geduldig und hartnäckig sein Vermögen aufzubauen. Zweitens, die höchsten Erträge winken abseits ausgeschrittener Pfade, wo die Risiken am größten erscheinen.

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