Wasser, Boden und Luft
Lebenswichtige Ressourcen ins Depot

Es wird nicht zum Überleben reichen. Schon im Jahr 2050 braucht die Menschheit so viel natürliche Ressourcen, dass sie über zwei Planeten Erde verfügen müsste. Das errechnete der World Wide Fund for Nature (WWF) in seiner jetzt vorgelegten Studie über den Zustand des Ökosystems. Deshalb gehören bei Rohstoffen nicht nur Metalle ins Depot.

FRANKFURT. Im „Living Planet Report 2006“ weist die internationale Naturschutzorganisation auf die Verschwendung der lebenswichtigen Ressourcen vor allem in der westlichen Welt hin. Es geht dabei um jene Elemente, die von einem funktionierenden und sich selbst regenerierenden Ökosystem abhängen: Boden, Wasser, Luft.

Der WWF sorgt sich vor allem um die schwindende Artenvielfalt, um die Ressourcenverschwendung und um den explodierenden Energieverbrauch. Essenzielle Trends, die die natürliche Umgebung der Menschen, damit Gesellschaften und Ökonomien in den kommenden Jahren und Jahrzehnten prägen, werden auch auf die Finanzmärkte ausstrahlen. Die globale Erwärmung kommt nicht von ungefähr. Sie reflektiert den rasant wachsenden Verbrauch an fossilen Brennstoffen. Wissenschaftler machen den Klimawandel außerdem mitverantwortlich für die jüngsten Dürren und Ernteausfälle. Kein Wunder, dass die Preise von Agrargütern wie Mais und Weizen in den vergangenen Wochen rasant angestiegen sind und fast jeden Tag mehrere Prozent zulegen.

Die Finanzmarktexperten wachen langsam auf. Allianz-Vorstand Joachim Faber zählt zu den Vorreitern. Erst vor kurzem mahnte er, den Klimawandel aus seiner ideologisch verbrämten Ecke herauszuholen. Man kann ihn nicht mehr als Hirngespinst von Ökophantasten abtun und sich anschließend wieder in den Elfenbeinturm der klinisch reinen Finanzwelt zurückziehen. Analysten müssen – trotz der täglichen Flut an neuen Wirtschaftszahlen – die Augen öffnen für die Grundlagen allen Lebens.

Der WWF rechnet vor: Die Menschheit verbraucht ihre Ressourcen schon jetzt viel schneller, als die Biosysteme sie ersetzen können. Die Experten haben dafür einen so genannten „ökologischen Fußabdruck“ entwickelt. Danach benötigt ein Weltbewohner im Schnitt 2,2 Hektar Fläche, um seinen Bedarf an Nahrung, Energie und Infrastruktur zu decken. Der Amerikaner steht mit 9,6 Hektar weit oben in der Hitliste, der Deutsche kommt auf 4,5 Hektar, der Afghane steht mit bescheidenen 0,1 Hektar am Ende der Rangliste.

Der WWF-Report ist Besorgnis erregend. Investoren sollten daraus Konsequenzen ziehen. Das heißt konkret: die lebensnotwendigen Dinge als Anlageobjekte entdecken. Knappheiten und Preissteigerungen auf diesem Feld scheinen unvermeidlich. Deshalb gehören bei Rohstoffen nicht nur Metalle ins Depot, sondern auch die natürlichen Ressourcen rund um Wasser, Boden und Luft – landwirtschaftliche Produkte inklusive.

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