Wer beim Einzelhändler PPR einsteigt, setzt auf Luxus
Charme des Umbaus

Achtung Baustelle! Große Umbauarbeiten in Unternehmen können Anlegern spannende Aktiengeschichten bieten – und damit Gewinnchancen. Das bekannteste Beispiel eines gelungenen Unternehmensumbaus ist der Fall Mannesmann.

PARIS. Der Düsseldorfer Konzern mutierte vom Röhrenhersteller zum Mobilfunkriesen und war am Ende so erfolgreich, dass das Unternehmen aufgekauft wurde. Dagegen bereitet der Umbau des Daimler-Konzerns zur automobilen Welt AG den Aktionären bislang wenig Freude.

Mitten im Umbau steckt auch der französische Handelskonzern Pinault Printemps Redoute (PPR). Großaktionär François Pinault ist auf die hohen Margen im Luxusgeschäft scharf, daher investierte seine Gruppe rund sieben Milliarden in die Übernahme des italienischen Luxuskonzerns Gucci. Vom Großhandelsgeschäft hat sich PPR weitgehend getrennt; das neue Ensemble aus Einzelhandel und Lu-xus nennt das Management schon verheißungsvoll „neue PPR“.

Fairerweise sei angemerkt, dass Pinaults Luxus-Strategie gleich ein doppeltes Risiko in sich birgt: zum einen das übliche Risiko der Integration einer Firma, zum anderen ein Managementrisiko. Denn pünktlich zur geplanten Vollübernahme von Gucci musste PPR bei der italienischen Tochter alle Schlüsselpositionen neu besetzen. Chefdesigner Tom Ford und Vorstandschef Domenico de Sole nahmen im Streit mit dem Großaktionär ihren Hut. Beide hatten aus dem fast bankrotten Lederwarenhersteller den drittgrößten Luxuskonzern der Welt geschmiedet.

Werden die Kunden nun Gucci und den Tochtermarken den Rücken kehren oder dem Haus die Treue halten? Antwort bekommen die Märkte erst im nächsten Frühjahr, wenn die neue Design-Mannschaft ihre erste Frühjahrskollektion präsentiert.

Die Nachfolge von Fords hat das Management von PPR indes weise gelöst. Bei der Hauptmarke Gucci und der Tochter Yves Saint Laurent (YSL) haben jeweils die früheren Mitarbeiter des Chefdesigners das Ruder übernommen. Immerhin war auch Tom Ford in der Branche ein Unbekannter war, als er bei Gucci die Design-Verantwortung übernahm.

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