William Perez neuer Chef
Frischer Wind bei Wrigley

Turnschuhe und Kaugummi sind keine allzu glückliche Kombination – doch für William Perez könnte sie sich bezahlt machen. Denn der frühere Chef des Sportartikelkonzerns Nike hat vor wenigen Tagen die Geschäfte des weltgrößten Kaugummiherstellers Wrigley übernommen.

HOUSTON. Gerade mal 14 Monate dauerte der Auftritt von Perez als Geschäftsführer bei Nike, dann hatte er sich mit Firmengründer Phil Knight so gründlich zerstritten, dass er seinen Hut nahm. Trotzdem setzt die Wall Street jetzt große Hoffnungen in den 59-Jährigen.

Ein Hauptgrund: Perez ist der erste Chef in der 115-jährigen Firmengeschichte, der nicht aus der Familie Wrigley stammt. „Der Firmenvorstand scheint erkannt zu haben, dass ein Wechsel von der Erbenkultur hin zu einer Kultur der Fachleute nötig war“, lobt Analyst Robert Moscow von Credit Suisse.

Der frische Wind kommt für Wrigley gerade zur rechten Zeit. Vor knapp zwei Jahren wollten die Chicagoer ihr Sortiment erweitern, das bis dahin ausschließlich aus Kaugummis bestand – neben der Hausmarke Wrigley’s Spearmint gehören auch Juicy Fruit und der Kinderfavorit Hubba Bubba zum Portfolio. Von Kraft kaufte Wrigley 2004 die Pfefferminzdrops-Marken Altoids und Life Savers für die stattliche Summe von 1,5 Mrd. Dollar, zum Großteil kreditfinanziert. Doch bisher hat sich der Deal noch nicht ausgezahlt. William Perez bringt die nötige Erfahrung mit, um die bislang enttäuschende Fusion endlich in eine Erfolgsgeschichte zu verwandeln. Denn vor Nike diente sich Perez 34 Jahre lang beim Konsumgüter-Hersteller S.C. Johnson bis in die Spitze hoch – ebenfalls ein traditionell geführtes Familienunternehmen, das Perez erfolgreich modernisierte.

Zudem könnte Perez den Boden für weitere Übernahmen bereiten. Vor vier Jahren scheiterte eine Übernahme des Schokoladenriesen Hershey Co. für 12,5 Mrd. Dollar nur knapp. In Zukunft werde Wrigley aller Wahrscheinlichkeit nach andere Zukäufe prüfen, heißt es.

Der Aktienkurs schnellte am Tag der Bekanntgabe des Chefwechsels um 14 Prozent nach oben. Dass Wrigley gleichzeitig eine Steigerung des Quartalsgewinns von 14 Prozent meldete, half dem Preis zusätzlich: Inzwischen notieren die Wrigley-Titel zwar schon bei rund 52 Dollar, bieten jedoch weiteres Kurspotenzial.

William Wrigley, der bisherige CEO und Urenkel des Firmengründers, wirft im Übrigen nicht das Handtuch. Als Aufsichtsratvorsitzender hat er weiterhin das gleiche Mitspracherecht wie Perez, will sich aber vor allem um langfristige Visionen für den Konzern kümmern. Eins seiner Hauptanliegen sei die Expansion in China, heißt es. Keine schlechte Idee, da ein großer Teil des jüngsten Quartalgewinns aus Asien stammt. Und in den kommenden Quartalen könnte dieser Anteil sogar noch steigen – ein weiteres Argument für den Kauf der Aktie.

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