Wirkung verpufft
Rürup-Rente lohnt selbst für Selbstständige nicht

Es war von der Bundesregierung so schön ausgedacht. Angesichts eines ständig größer werdenden Rentenlochs sollten die Bürger mit Hilfe von Steuererleichterungen dazu animiert werden, selbst mehr auf die hohe Kante zu legen. Allerdings sollten die Bonbons für Privatsparer so geschaffen sein, dass sie den Staat möglichst wenig kosten. Ein ganzes Paket neuer Förderprogramme wurde in diesem Sinne auf den Weg gebracht. Ob Riesterrente, steuerbegünstigte Betriebsrente oder Rüruprente. Sie versprechen viel und halten wenig. Es wurde hier gedeckelt und dort gestaffelt, damit die Steuereleichterungen für den Staat nicht zu teuer werden.

Die Rüruprente ist das jüngste Beispiel. Ein Meisterstück zur Förderung der privaten Vorsorge sollte sie werden. Seit 1. Januar in Kraft, soll sie mit großen Steuererleichterungen Angestellte wie Selbstständige dazu animieren, in eine Privatrente einzuzahlen. Doch aufgrund der Übergangsregelungen lohnt sie sich für die meisten abhängig Beschäftigten nicht. Inzwischen haben Fachleute herausgefunden, dass auch die wichtige Zielgruppe der Selbstständigen in den seltensten Fällen davon profitiert. Der Grund ist eine Günstigerprüfung, die das Finanzamt routinemäßig vornimmt, um Ungerechtigkeiten gegenüber altem Recht abzumildern.

Doch der Reihe nach: Die Rüruprente gestattet, bis zu 20 000 Euro pro Jahr steuerbegünstigt in eine Leibrente einzuzahlen. Von den Beiträgen kann der Sparer zunächst 60 Prozent geltend machen. Zahlt ein Selbständiger etwa Rentenbeiträge von 250 Euro im Monat oder 3000 Euro im Jahr, dann sind davon 1800 Euro steuerfrei. Hinzu kommt ein Pauschalbetrag von 2 400 Euro für andere Aufwendungen, wie etwa für die private Krankenversicherung. Der 250-Euro-Sparer könnte nach neuem Recht insgesamt 4 200 Euro absetzen.

Doch so weit kommt es gar nicht erst. Nach altem Recht gab es keine Rürup-Begünstigung. Dagegen lag der Pauschalbetrag für sämtliche Vorsorgeaufwendungen inklusive Krankenkasse bei 5069 Euro. Da die Krankenkassenbeiträge und sonstige Versicherungen diese Pauschale meist ausschöpfen, führt die Günstigerprüfung des Rürupsparers mit größter Wahrscheinlichkeit zu einer Besteuerung nach altem Recht. 5069 Euro Krankenkassenbeiträge sind steuerfrei, der Rürup-Beitrag wird voll besteuert. Der Steuerspareffekt verpufft.

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