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Wie bei stagnierenden Märkten Geld zu verdienen ist

Was für eine Börsenrally! In nur einem Jahr hat der Deutsche Aktienindex Dax mehr als 22 Prozent Gewinn gemacht. Noch im Oktober vergangenen Jahres hatte der Leitindex unter 4 000 Punkten notiert, jetzt wurde kurz die 5 000er-Marke genommen. Dass es nun an der Börse im gleichen Tempo weiter gehen wird, ist kaum zu erwarten.

Zu schwer wiegt die Last der hohen Rohstoffpreise und die Angst vor einer schwächeren Weltkonjunktur auf den Märkten. Wer jetzt einsteigen will, sollte sich deshalb auf Seitwärts-Bewegungen bei den Aktienkursen einstellen – und die passenden Finanzprodukte kaufen.

Die Optimisten unter den Dax-Experten sehen den Index zwar bei 5400 Punkten zum Jahresende – vorsichtig betrachtet ist aber wohl mit einem geringeren Auftrieb zu rechnen. Daher rechnen viele Marktstrategen mit einer Seitwärtsbewegung und einem Dax zwischen 4800 und 5000 Punkten – also ungefähr da, wo er jetzt steht. Immerhin: Das Rückschlagpotenzial ist gering. Die deutschen Aktien stehen auf einer soliden Basis. Die hiesigen Konzerne machen kräftige Gewinne, im Vergleich zu US-Aktien sind die Kurs-Gewinn-Verhältnisse und damit die Bewertung deutscher Standardwerte noch immer niedrig. Doch die Zeit großer Wetten auf hohe Kursmarken ist trotzdem vorbei.

Das Bild kennen Anleger bereits aus dem Jahr 2004: Monatelang dümpelte die Börse seitwärts dahin, ohne sich für einen Ausbruch nach oben entscheiden zu können. Rückschläge dagegen waren relativ schnell verdaut. In solchen Seitwärtsmärkten brauchen Anleger nicht auf attraktive Renditen zu verzichten. Wer trotzdem dabei sein will, sollte sich nach Finanzprodukten umsehen, die Verluste abfedern oder von fallenden Märkten profitieren. Denn spezialisierte Finanzprodukte können positive Erträge erzielen, auch wenn die Kurse bergab gehen. Die Strategie, Seitwärtsbewegungen in Rendite zu verwandeln, wenden Hedge-Fonds schon lange an. Statt in das Wachstum der Kurse investieren sie in deren Schwankungen (Volatilität) oder in Fehlbewertungen zwischen verschiedenen Märkten (Arbitrage).

Für längerfristig orientierte Anleger bieten sich daher Dach-Hedge-Fonds an. Die Manager solcher Fonds versuchen, unabhängig vom Markt dauerhaft hohe Renditen zu erzielen, ohne das Depot starken Schwankungen auszusetzen. In Boomphasen des Marktes hinken die Erträge der Sammelfonds meist den Aktienmärkten hinterher. Laufen die Märkte nach unten, dann gleichen die Fondsmanager Verluste aus, indem sie Derivate kaufen, die von fallenden Kursen profitierten.

Erwartet ein Hedge-Fonds beispielsweise, dass die Aktien in den kommenden fünf Monaten einbrechen, dann kann er Verkauf-Optionen (Put) auf die entsprechenden Werte oder auf Indizes kaufen – fallen die Kurse, dann steigt der Wert der Optionen. Der gleiche Effekt lässt sich erzielen, indem der Fonds Kauf-Optionen (Call) „schreibt“, also verkauft. Zusätzlich erzielt der Verkäufer der Option in diesem Fall eine Prämie, die er sofort als Rendite verbuchen kann.

Diese Strategie, kombiniert mit dem Kauf von Aktien, steckt auch in Discount-Zertifikaten. Mit den Papieren lassen sich daher sinnvolle Seitwärts-Depots aufbauen. Denn wer beispielsweise Siemens-Aktien hält und gleichzeitig Calls auf Siemens verkauft, streicht bei einer Seitwärtsentwicklung des Siemens-Kurses die Optionsprämie ein, ohne Geld zu verlieren. Steigt der Kurs der Aktie, ist der Anleger trotzdem mit dabei. Ähnlich funktionieren auch Bonus-Zertifikate, bei denen der Emittent eine Prämie am Ende der Laufzeit garantiert, sofern die zugrunde liegende Aktie nicht unter einen bestimmten Kurswert fällt. Bei beiden Zertifikateklassen können sich Anleger schon vor dem Kauf ausrechnen, wie hoch ihre jährliche Rendite sein wird – sofern die Märkte nicht drastisch in eine Richtung ausbrechen.

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