Zusammensetzung von Dax & Co.
Ab September wird es spannend

Erst ab September wird es bei der Zusammensetzung von Dax und Co. wieder spannend. Bei der Indexüberprüfung am Freitagabend dürfte es dagegen eher ruhig bleiben. VON CHRISTIAN SCHNELL
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FrankfurtDas Phänomen kennt jeder aus leidlicher Erfahrung: Es gibt Terminpläne, die lassen sich nur als unglücklich bezeichnen. Dazu gehört sicher auch der Termin für die Indexüberprüfung der Deutschen Börse am Freitagabend. Wie immer findet er am Ende des dritten Handelstags im Juni statt, so wie im März, September und Dezember. Nur weil am gestrigen Feiertag Christi Himmelfahrt die Börse wieder einmal geöffnet hatte, fällt die Entscheidung am heutigen Brückentag, und das auch erst nach 22 Uhr.

Nur zur Beruhigung: Urlaubspläne müssen deswegen jetzt nicht abgesagt und private Termine verschoben werden. So viel Entscheidendes wird am Freitagabend nicht passieren. In den drei wichtigsten Indizes Dax, MDax und TecDax bleibt mit allergrößter Wahrscheinlichkeit alles beim Alten. Und im Kleinwertesegment SDax wird der lange schon erwartete Ausschluss von Colonia Real Estate erfolgen, die nach der Übernahme durch TAG Immobilien ohnehin kein Eigenleben an der Börse mehr hat. Auch der Baumarktkette Hornbach, um deren Aktie sich die Anleger nicht gerade reißen, könnte der Abschied drohen. Aber auch das ist eine Randnotiz.

Einzig interessanter Punkt wird wohl sein, dass mit dem Berliner Immobilienentwickler GSW und dem hessischen Verbindungstechnik-Spezialisten Norma Group gleich zwei Börsenneulinge auf die freien Plätze drängen. Beide sind gerade erst zwei Monate am Aktienmarkt gelistet. Für die GSW könnte es sogar bei der nächsten Überprüfung im September noch eine Stufe weiter bergauf in den MDax gehen. Im Moment fehlen noch etwas die Börsenumsätze, die bis dahin sicherlich zustande kommen werden.

Ab September wird wieder häufiger gewechselt

Ohnehin werden weitgehend belanglose Indexüberprüfungen wie Anfang März sowie die heutige, die wohl noch eine Spur unbedeutender ausfallen wird, künftig die Ausnahme sein. Bis September werden nach aktuellem Stand erneut einige Börsenneulinge hinzukommen, die das Potenzial haben, in einen Index vorzustoßen. Das Modeunternehmen Adler steht in den Startlöchern, der Chemieproduzent H.C. Starck könnte im Herbst folgen.

Steten Wechsel gibt es allerdings nur für die kleineren Börsenbarometer unterhalb des Dax. In Deutschlands Top 30 sieht es momentan nicht danach aus, als müsse ihn jemand aus eigener Schwäche verlassen. Zwar stehen mit dem Autozulieferer Continental und dem Chemieriesen Lanxess zwei passable Kandidaten in den Startlöchern. Die Commerzbank, Merck oder Beiersdorf sind jedoch trotz zwischenzeitlicher Schwäche weiter stark genug, ihre Plätze zu verteidigen.

Viel wahrscheinlicher ist da, dass ein Dax-Platz durch Übernahme frei wird. Der Lastwagenbauer MAN, für den es seit dieser Woche ein offizielles Übernahmeangebot von VW gibt, wird stets an erster Stelle genannt. Zudem fallen regelmäßig die Namen K+S oder SAP, die Begehrlichkeiten bei der Konkurrenz wecken. Die nächsten Indexüberprüfungen werden spannender.

schnell@handelsblatt.com

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