Aktienmarkt
Charttechnik verspricht steigende Kurse

1 000 Punkte in vier Wochen – solch eine atemberaubende Rally schreit eigentlich nach einem Rücksetzer, wie am heutigen Dienstag. Doch nach Ansicht von Charttechnikern haben sich die Perspektiven für die amerikanischen und europäischen Börsen sogar erheblich aufgehellt.

DÜSSELDORF. Immer wenn der Dax in den vergangenen Tagen Anlauf nach untenahm, hielten ihn die Optimisten wieder auf, um das Börsenbarometer anschließend auf neue Höhen zu treiben. "Stelle Dich nie gegen den Trend", raten Börsenexperten Anlegern in so rasanten Schubwellen wie jetzt. Abgesehen von kurzen Rückschlägen erwarten technisch orientierte Analysten weiter steigende Kurse.

Einig sind sich die Charttechniker - Analysten, die aus Kursen und deren Charts die Zukunft ableiten -, dass sich die Perspektiven für die amerikanischen und europäischen Börsen ganz erheblich und sogar zeitgleich aufgehellt haben. Dafür verantwortlich ist eine Konstellation, wie sie in dieser Klarheit nur selten vorkommt. Nachdem Dax, Euro Stoxx und der amerikanische S&P 500 zwischen dem Tief im März bis Mitte Mai gut ein Drittel zugelegt hatten, liefen die Märkte anschließend acht Wochen nur noch seitwärts. Aus charttechnischem Blickwinkel drohte sich eine Kopf-Schulter-Formation herauszubilden - eine der mächtigsten und zugleich offensichtlichsten Trendumkehrformationen. Jeden Tag warteten mehr Anleger auf das Signal zum Kursverfall.

Doch genau das Gegenteil trat ein. Der Grund: Zu viele Investoren hatten gleichzeitig verkauft und warteten nun auf den neuerlichen Einstieg nach dem vermeintlich bevorstehenden Kursverfall. Potenzielle Verkäufer gab es also kaum noch. Ergebnis war, dass die Kurse stiegen, und das "in einem Ausmaß, wie ich es an der amerikanischen Nasdaq noch nie gesehen habe", sagt Klaus Deppermann von der Frankfurter BHF-Bank. Vor allem professionelle Investoren, die auf fallende Kurse gewettet hatten, mussten sich rasch mit Aktien eindecken, um geliehene Stücke zurückgeben zu können. Das verstärkte den Aufwärtstrend. Hinzu kommen nun viele Langfristanleger und vor allem Investmentfonds, die vergeblich auf günstigere Einstiegskurse gewartet hatten und nun angesichts steigender Kurse dem Markt hinterherlaufen.

Gesamtergebnis sind besagte 1 000 Punkte Plus im Dax. "Mit meinem Optimismus fühle ich mich nach wie vor sehr wohl", sagt Deppermann. Er hatte Anlegern im Handelsblatt bereits im Januar und erneut im Juni geraten, schwache Handelstage zum Einstieg zu nutzen und dabei ein Dax-Ziel von rund 6 000 Punkten prognostiziert. Auch jetzt sieht der BHF-Bank-Analyst die Börsen weiter zulegen: Bis Anfang September rechnet er für den Dax mit 5 950 Punkten. "Eine wirklich größere Korrektur wird es erst 2010 geben, die den Dax 20 oder gar 30 Prozent nach unten drücken kann", sagt Deppermann und zeigt sich damit für die nächsten Monate optimistisch.

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