Aktienmarkt
Skepsis der US-Anleger nimmt zu

Sind Aktien billig? Eine Messmethode ist die Verwendung fundamentaler Kennzahlen Die Theorie der konträren Meinung geht dagegen von folgender Idee aus: Ist die Mehrheit der Anleger von einer Entwicklung überzeugt, kommt es mit großer Wahrscheinlichkeit anders. Insofern könnte eine Erholungsrallye bevorstehen.

RIGA. Sind Aktien billig? Diese simple Frage lässt sich mit etlichen Ansätzen beantworten. Eine populäre Methode ist die Verwendung fundamentaler Kennzahlen, etwa solche, die den Kurs einer Aktie mit ihrem Gewinn oder ihrer Dividende in Bezug setzen. Value-orientierte Asset-Manager hatten so in den Jahren 2007 und 2008 die Aktien von Banken übergewichtet, da diese billig erschienen. Die Finanzkrise führte zu einer verheerenden Kursentwicklung. Jetzt könnte die fundamentale Methode erneut versagen. Aufgrund der drastisch eingebrochenen Gewinne erscheinen Aktien heute sogar teurer als vor der Krise.

Einen weniger tautologischen Weg zur Beantwortung der Ausgangsfrage liefert die Theorie der konträren Meinung. Sie geht von folgender Grundidee aus: Wenn eine bestimmte Vorstellung über die Entwicklung der Aktienmärkte von der Mehrheit der Anleger geteilt wird, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es anders kommt. Derzeit rechnen 70 Prozent der Befragten mit weiter fallenden Aktienkursen in den USA.

Ob der US-Index S&P 500 aktuell seinen Abwärtskurs beenden kann, ist fraglich: Der extreme Pessimismus war vergangene Woche am Optionsmarkt noch nicht angekommen. Das Verhältnis der täglich gehandelten Puts zu den Calls - also der pessimistischen zu den optimistischen Wetten - lag noch unter Eins. Erst ein Put/Call-Verhältnis über Eins signalisierte in der Vergangenheit, dass die Anleger ihrer Angst vor fallenden Kursen auch Angstverkäufe folgen ließen. Die Kurse müssen offenbar noch tiefer sinken, um ein solches Verhalten zu motivieren. Ein baldiger Ausverkauf des S&P 500 auf die technischen Unterstützungen zwischen 575 und 625 Punkten könnte mit einer Aufgabestimmung einhergehen. Wenn auch der Bärenmarkt damit nicht beendet sein muss, eine ausgeprägte Erholungsrallye mit bis zu 50 Prozent Kurssteigerung könnte bevorstehen.

Der Autor ist Geschäftsführer von Staedel Hanseatic.

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