Amerikanische Währung
Charttechnik macht Dollar-Anlegern Hoffnung

Mit Kursen über 1,36 Dollar je Euro liegt die US-Währung nicht weit unter ihrem historischen Tief. Und auch gegenüber anderen Währungen hat sich der Dollar in der jüngeren Vergangenheit eher schlecht geschlagen, wie der Chart des US-Dollar-Index zeigt. Doch aus Sicht der technischen Analyse winken dem Greenback bessere Zeiten.

RIGA. Der Dollar-Index misst den Wert der US-Währung gegenüber einem Korb aus sechs Hartwährungen, u.a. dem Euro, dem Pfund und dem Yen. Aktuell macht der Index charttechnisch durch eine deutliche Schwäche auf sich aufmerksam. Ähnlich schwach wie heute war er in den vergangenen 17 Jahren vier Mal bewertet. Jedes Mal drehte er jedoch bei einem Indexstand von 80 Punkten nach oben - ein für technische Unterstützungszonen typisches Verhalten.

Für den Dollar spricht zudem eine abwärts gerichtete Keilformation, die sich seit Ende 2005 gebildet hat. Bei einer solchen Formation laufen die Kurse innerhalb zweier Begrenzungslinien konisch zusammen, um anschließend oft scharf in Gegenrichtung auszubrechen. Zumindest aus technischer Sicht sind damit die Voraussetzungen für eine Aufwärtsbewegung des Dollars gegeben.

Fundamentale Unterstützung könnte der Dollar indirekt durch einen Rückgang der US-Immobilienpreise erhalten. Der amerikanische Notenbankpräsident zitierte in seiner Rede am Freitag ein wissenschaftliches Papier vom Center for Financial Studies in Frankfurt. Dieses weist für die USA eine hohe Korrelation zwischen Konsum und Immobilienpreisen von über 50 Prozent nach. Angesichts des Einbruchs am US-Immobilienmarkt wäre damit eine baldige Rezession in den USA zu erwarten. Folge wären Portfoliorückflüsse aus Anlagen in Emerging Markets und Rohstoffen. Ein Vorspiel ereignete sich jüngst am russischen Markt, als mutmaßlich Hedge-Fonds Wertpapiere im großen Stil liquidierten. Die Moskauer Zentralbank musste den Rubel kurzzeitig stützen - seit Jahren zum ersten Mal.

Schließlich spricht auch die Sentiment-Analyse für den Dollar. Kaum ein Finanzanalyst glaubt zurzeit noch an die US-Devise, eine Abwertung scheint ausgemachte Sache zu sein. Die Finanzmärkte zeigen jedoch immer wieder, dass gerade Totgeglaubte länger leben.

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