Auf Rekordjagd
Gold läuft und läuft und läuft

Der Goldpreis steigt stetig. Das Edelmetall zeigt sich so stabil wie keine andere wichtige Anlageform. Aus dem Aufwärtstrend ist es sogar noch nach oben ausgebrochen. Jetzt heißt es kaufen. Ansgar Krekeler von WGZ Bank Gold sieht kein Ende des Aufwärtstrends - und gibt Tipps zur Platzierung von Stoppkursen
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DÜSSELDORF. Im Prinzip könnte die wöchentliche Chartkolumne diesmal nach dem ersten Absatz enden. Gold befindet sich in einem so stabilen Aufwärtstrend wie keine andere bedeutende Anlageform. Charttechnisch betrachtet gilt deshalb die Devise: Dem Trend folgen, investiert bleiben, Gewinne absichern und, wenn es der Geldbeutel zulässt, regelmäßig zukaufen, solange der Trend hält.

Doch ein paar Fragen bleiben offen: Wann ziehe ich den Stoppkurs auf welches Niveau hoch? Und vor allem: Wann realisiere ich Gewinne? Diese stehen schließlich nur auf dem Papier, solange die Bank den Goldbarren in ihrem Tresor hält oder Goldaktien, -zertifikate und-fonds auf dem Depotauszug notieren.

Ansgar Krekeler von der WGZ Bank macht keinen Hehl aus seiner Vorliebe für Gold. Aus charttechnischen und fundamentalen Gesichtspunkten. Angesichts der weltweiten Geldvermehrung flüchteten längst nicht mehr nur Privatanleger in das nicht beliebig vermehrbare Gold, sagt der Charttechniker und Aktienhändler. "Das stärkste Misstrauensvotum gegenüber dem westlichen Finanzsystem kam Anfang November aus Indien, indem die Zentralbank 200 Tonnen Gold orderte." So viel hatte keine Notenbank mehr seit der Weltwirtschaftskrise Anfang der 30er-Jahre auf einen Schlag erworben.

Als die Inder kauften, verließ der Goldchart seinen Aufwärtstrend. Aber nicht nach unten, so wie es vielen Trends irgendwann beschieden ist, sondern nach oben. "Das bisherige Aufwärtstempo hat nicht ausgereicht", argumentiert Krekeler. Die obere Begrenzung des nun gebrochenen Aufwärtstrends fixiert der Charttechniker bei 1 085 Dollar. Hier liegt die erste von drei Unterstützungen.

Unterhalb dieser Marke würde das Edelmetall in seinen früheren und etwas behäbigeren Aufwärtstrend zurückfallen. Üblicherweise nutzen viele Marktteilnehmer solch einen Rückfall in den ursprünglichen Trend als Gelegenheit, Gewinne mitzunehmen. Das heißt wiederum, die Preise fallen weiter. Solch eine Korrektur sieht Krekeler im Bereich zwischen 1 030 und 1 025 Dollar gut unterstützt, dem alten Hoch aus der Aufwärtsbewegung aus dem Jahr 2008. Hier bietet sich also eine gute Möglichkeit, Stoppkurse zu platzieren.

Notenbanken setzen auch auf Gold

"Im schlimmsten Fall fällt Gold bis knapp unter 1 000 Dollar", vermutet Krekeler. Hier drängt sich also ein Stoppkurs auf, um Gewinne zu sichern, falls die Marke doch nicht halten sollte. Doch der Experte ist zuversichtlich, dass bei knapp 1 000 Dollar zahlungskräftige Käufer zugreifen. Käufer, die davon überzeugt seien, dass Gold sowohl in einer drohenden Inflation als auch in einer möglichen Deflation profitiert. Als Kaufadresse vermutet Krekeler die Zentralbanken. Denn neben der indischen zeigen auch die russische, chinesische und brasilianische Notenbank Interesse daran, ihre Abhängigkeit vom Dollar durch Gold zu verringern.

Noch ein Chart überzeugt Krekeler: Die Relation aus dem amerikanischen Dow-Jones-Index und dem Goldpreis. Sie sagt aus, wie viel Feinunzen Gold Anleger gewissermaßen für einen Dow bezahlen. Bei einem Dow-Niveau von gegenwärtig rund 10 000 Punkten und einem Goldkurs von 1 100 Dollar liegt der Wert bei neun. Im Jahr 2000 lag das Verhältnis noch bei über 40. Damals notierte der Dow bei über 10 000 Punkten, eine Feinunze Gold kostete aber nur 250 Dollar. Aktien verlieren also auf Kosten von Gold an Akzeptanz. Krekelers Fazit: "Gold wird noch weit höhere Preise erreichen." Ein Ende des Aufwärtstrends erkennt er nicht.

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