Aufwärts ohne Schwungkraft
Charttechnik spricht für einen weiteren Anstieg des Dax

Der Dax verfolgt weiterhin seinen Aufwärtstrend, allerdings nicht mehr so kraftvoll wie zuletzt. Eine erneute Überquerung der 7 000er Marke ist zwar wahrscheinlich, aber es besteht die Gefahr, dass sich die mangelnde Schwungkraft ausweitet.

HAMBURG. Der Deutsche Aktienindex (Dax) bewegt sich aus charttechnischer Sicht in einem klaren Aufwärtstrend. Mit einem Tageshoch bei 7 012 Indexpunkten überschritt der Index am vergangenen Donnerstag zum dritten Mal in einer Woche die 7000er Marke, die (obwohl charttechnisch unwichtig) gern als psychologisch wichtige Marke angesehen wird. Chart- wie markttechnisch und auch aus Sicht der klassischen Dow Theorie gilt der Aufwärtstrend im Wochenverlauf als absolut intakt, es liegen uns keinerlei Indikationen vor, welche eine Gefährdung des Trendverlaufes erwarten lassen.

Verkürzen wir das Sicht- und Beurteilungsfenster auf den Tageschart, schneidet der Dax immer noch wesentlich besser ab als z.B. der Hauptindex der Euro-Zone, der Euro-Stoxx-50. Während dieser seit Ende Januar praktisch innerhalb einer breiten Konsolidierungszone seitwärts tendiert, konnte der Dax diese Konsolidierungszone Mitte Februar nach oben hin verlassen und den Ausbruch bisher auch bestätigen.

Eine kraftvolle Fortsetzung des Anstiegs sehen wir allerdings auch für den Dax nicht. Auffällig ist, dass sich auf aktuellem Niveau beide Marktseiten die Waage halten. In den letzten Tagen sahen wir durchaus breite Handelsspannen, doch eine wirkliche Entfaltung des Trends gab es bisher ebenso wenig wie eine konsequente Gegenbewegung.

Aus markttechnischer Sicht wird der laufende Aufwärtstrend auf Basis des Tagescharts überwiegend bestätigt. Auffällig ist jedoch die vergleichsweise geringe Schwungkraft, die mit dieser Aufwärtstrendentwicklung einhergeht. Die Schwungkraft steigt nicht an, schwächt sich über Strecken sogar tendenziell immer wieder ab, was in der Fachliteratur mit der so genannten "negativen" Divergenz beschrieben wird. Statistische Untersuchungen zeigen zwar, dass Divergenzen dieser Art nicht zwangsläufig zu Trendrichtungswechseln führen, dennoch sollte man sich darüber im Klaren sein, dass niedrige Schwungkraft und fallende Dynamik die Stabilität und Zuverlässigkeit eines Trendverlaufs einschränken.

Als allgemeines Fazit halten wir somit fest: Wir bleiben weiterhin positiv für den deutschen Index. Für sich allein betrachtet, lassen sich aktuell kaum sinnvoll Indikationen herleiten, die auf ein nachhaltiges Ende des Aufschwungs hinweisen. Dennoch werden auch für den Dax die Bäume nicht in den Himmel wachsen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%