Ausbruch aus Seitwärtskorridor ist unwahrscheinlich
Technischer Widerstand blockiert Silberkurs

Der Silberpreis notierte in den vergangenen zehn Jahren in einem engen Korridor zwischen etwa 4 und 6,50 Dollar pro Feinunze. Nur zwei Mal brach der Kurs in dieser Zeit nach oben aus: Einmal im Dezember 1997, als er innerhalb eines Monats bis auf 7,50 Dollar stieg, ehe er im März 1998 wieder bei 5,30 Dollar landete.

WIESBADEN. Und dann verließ der Preis noch einmal im Dezember 2003 die Seitwärtsrange und stieg in der Spitze am 2. April bis auf 8,44 Dollar. Doch noch am gleichen Tag legte das Edelmetall den Rückwärtsgang ein. Der darauf folgende Absturz stoppte erst, als die Notierung im Bereich um 5,55 Dollar eine untere Umkehrformation auszubilden begann.

Um diese zu vollenden, muss Silber zunächst den Kreuzwiderstand bei etwa 5,85 Dollar überwinden, der durch die Aufwärtstrendlinie seit Oktober 2003 und die Linie ab April 2004 gebildet wird. Gelingt dies nicht, so finden sich die nächsten Unterstützungen im Bereich um 5,55 Dollar und dann massiver zwischen 5,30 und 5,18 Dollar.

Der dazugehörige Silber-Chart im pdf-Format

Um jedoch in den Bereich um 8 Dollar steigen zu können, muss die Notierung zunächst die 200-Tage-Linie nach oben durchbrechen. Diese verläuft derzeit bei 5,93 Dollar und stellt ihrerseits zunächst einen signifikanten Widerstand dar.

Unmittelbar darauf folgt dann bereits eine breite Widerstandszone zwischen 6 und 6,50 Dollar. Verschiedene Indikatoren lassen aber eine beginnende Aufwärtsdynamik erkennen. So hat der Trendfolgeindikator MACD in seiner Standardeinstellung gerade ein Kaufsignal signalisiert, und der AROON-Trendfolgeindikator beschreibt in seiner 14-Tage-Einstellung die nachlassende Dynamik der seit April diesen Jahres vorherrschenden Abwärtsbewegung.

Auch der Stochastik-Oszillator - dieser definiert überkaufte- und überverkaufte Bereich und identifiziert somit die Umkehrpunkte einer Wellenbewegung - signalisierte in seiner 14-Tage-Einstellung sowie in der längerfristigen 21-Tage-Einstellung einen Aufwärtsimpuls, indem er aus der überverkauften Zone in den neutralen Bereich stieg.

Voraussetzung für einen weiteren Anstieg wäre aber der Ausbruch über die obere Begrenzung des Trendkanals bei 6,55 Dollar. Dazu muss sich die gerade begonnene Aufwärtsdynamik weiter verstärken. Aus charttechnischer Sicht wird der Silberpreis in den nächsten Wochen daher aber noch in seiner langjährigen Seitwärtszone verlaufen.

Dr. Gregor Bauer ist selbstständiger Portfolio-Manager in Wiesbaden und stellv. Vorstandsvorsitzender des Berufsverbands Technischer Analysten.

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