Börse
Dem Dax geht die Puste aus

Seit dem 9. März ist der deutsche Aktienindex scheinbar unaufhaltsam gestiegen auf ein Niveau, das selbst die größten Optimisten in diesem kurzen Zeitraum kaum erwartet hätten. Unter technischen Gesichtspunkten dürfte nur noch wenig Restpotenzial für einen weiteren Aufstieg vorhanden sein. Ab Anfang Juli könnte es zu einer fälligen Korrektur kommen.

DÜSSELDORF. Nach einem Kollaps in den ersten zwei Monaten 2009 hat sich das Bild beim Dax schlagartig gewendet. Die Jahrestiefststände wurden am 9. März bei 3 588 Punkten markiert. Seitdem setzte eine fulminante Erholungsbewegung ein, die den deutschen Aktienindex zurück auf Niveaus führte, von denen selbst Optimisten in einem derart kurzen Zeitraum kaum geträumt haben dürften. Am 2. Juni nun wurde das vorläufige Hoch bei 5 177 Punkten markiert. Für Investoren stellt sich die Frage, ob sich in den kommenden Wochen weiteres Potenzial nach oben ergibt. Unter technischen Gesichtspunkten scheint jedoch kurzfristig nur noch verhältnismäßig wenig Restpotenzial vorhanden zu sein. Es fehlt lediglich noch eine letzte Welle, dann ist die Rally komplett.

Idealtypisch sollten dabei nochmals neue Jahreshöchststände markiert werden, wobei sich aber ein maximales Kursziel bei rund 5 320 Punkten ergibt. Dass der Dax es tatsächlich bis zu dieser Marke schafft, ist nicht zwingend, da bereits zuvor bei rund 5 200 Punkten ein Widerstand besteht. Selbst wenn er kurzzeitig überwunden werden sollte, besteht aufgrund der überhitzten Strukturen das verhältnismäßig große Risiko, dass es sich nur um ein Strohfeuer gehandelt hat (Fachbegriff: Bullenfalle).

Spätestens Anfang Juli sollte der Dax seinen höchsten Punkt erreicht haben. Anschließend dürfte es zur fälligen Korrektur kommen. Auf diese Notwendigkeit deutet die nachlassende Aufwärtsdynamik in den vergangenen Wochen hin. Auch zeigen markttechnische Indikatoren in unterschiedliche Richtungen, was häufig einen Trendwechsel einläutet.

Zudem trockneten zuletzt trotz weiter anziehender Notierungen die Umsätze sukzessive aus. Damit fehlt dem Aufwärtstrend die nötige Substanz. Marktteilnehmer sind also gut beraten, sich auf eine Verschnaufpause einzustellen. Solange die Marken von 4 650 und 4 450 Zählern nicht unterschritten werden, ist das übergeordnete mittelfristige Bild des Dax jedoch weiterhin positiv zu werten.

Ansgar Krekeler ist Aktienhändler bei der WGZ Bank

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