Börsenturbulenzen: Charttechniker mahnen zur Vorsicht

Börsenturbulenzen
Charttechniker mahnen zur Vorsicht

Nach dem heftigen Einbruch an den Aktienmärkten spekulieren hartgesottene Anleger auf eine Gegenbewegung. Die klassische Charttechnik spricht mittelfristig aber für fallende Kurse.

DARMSTADT. Der jähe Einbruch am 27. Februar war auch für Charttechniker nicht absehbar. Der Dax bewegte sich seit Sommer 2006 in einem Aufwärtstrend, den er mit dem Fall unter 6 800 Punkte durchbrach. In drei Handelstagen wurden die Kursgewinne der letzten zwei Monate eingeebnet. Viele Anleger hoffen nun, dass eine Erholung die Kurse wieder in die Nähe der 7 000-Punkte-Marke führt.

Die klassische Charttechnik spricht aber nach dem klaren Bruch der kurzfristigen Trendlinie für einen Rückfall in den Bereich der längerfristigen Aufwärtsbewegung. Das  Schaubild zeigt, dass die untere Begrenzung des breiten Trendkanals derzeit bei 6 200 Punkten verläuft. Ein Rückfall in diese Kursregion wäre trotz der von vielen Dax-Schwergewichten angekündigten Rekord-Dividenden vorstellbar. Die vergleichsweise günstigen fundamentalen Bewertungen am deutschen Aktienmarkt werden von einer weltweit nervösen Anlegerstimmung verdeckt.

Parallel zu den Kursverlusten an den Aktienmärkten verlor der Dollar gegen Yen an Boden. Dieses Währungspaar ist die Kalkulationsgrundlage vieler Hedge-Fonds, die bei weiter steigendem Yen auch weitere Positionen an den internationalen Märkten auflösen werden. Fallende Notierungen wären dann auch in Deutschland die Folge.

Der Moving-Average-Convergence-Divergence-Indikator (MACD) erinnert an das Geschehen im letzten Mai. Der MACD berechnet sich aus der Differenz eines lang- und eines kurzfristigen gleitenden Dax-Durchschnittes. Im Schaubild handelt es sich um die durchgezogene Linie. Diese fiel unter ihre gestrichelt eingezeichnete "Signallinie", also den über neun Tage geglätteten MACD. Die Konstellation bei diesem Indikator muss ebenso wie der Trendbruch des Dax als Verkaufssignal bewertet werden. Der MACD-Indikator gibt für den deutschen Aktienmarkt erst wieder grünes Licht, wenn er über seine Signallinie zurückkommt.

*Hans Schulz-Dieter ist Experte für technische Analyse und Mitherausgeber der Hoppenstedt-Charts, Lutz Mathes sein Mitarbeiter.

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