Bullen verlässt der Mut
Bären bestimmen den Dax

Chartanalysten erwarten nach Erholungs-Rally wieder Kursverluste. Denn die Struktur der Aufwärtsbewegung spricht gegen eine nachhaltige Trendumkehr und ist geradezu idealtypisch für eine lediglich durch überverkaufte Strukturen getriebene Gegenbewegung im übergeordneten Bärenmarkt. Damit stellen sich zwei zentrale Fragen.

DÜSSELDORF. In der Mai-Kolumne hatten wir das Niveau bei 7 200 Punkten als entscheidende Weiche für die kommenden Wochen und Monate bezeichnet, da hier im Februar die charttechnische Doppel-Topp-Formation abgeschlossen worden war. Das Ergebnis ist bekannt: Der deutsche Leitindex testete das Niveau erfolglos. Aus der ehemaligen charttechnischen Unterstützung war ein nicht mehr überwindbarer Widerstand geworden.

Folgerichtig verließ die Bullen der Mut und die Bären übernahmen das Kommando. Es folgte der ungebremste Sturz des Dax bis exakt an die 6 000er-Marke. Es folgte eine aggressive Erholungs-Rally.

Die Struktur der Aufwärtsbewegung spricht allerdings gegen eine nachhaltige Trendumkehr und ist geradezu idealtypisch für eine lediglich durch überverkaufte Strukturen getriebene Gegenbewegung im übergeordneten Bärenmarkt. Damit stellen sich zwei zentrale Fragen: Wie lange kann sich diese Erholung noch fortsetzen, und wie tief fällt danach der Dax?

Als idealtypische Zielzone sehen wir den Widerstandsbereich 6 615/6 700 Punkte, der sich aus zwei Fibonacci-Widerständen unterschiedlicher Impulsbewegungen zusammensetzt. Nur wenn entgegen unseren Erwartungen die obere Barriere entscheidend durchbrochen wird, räumen wir dem Dax Chancen ein, das 7 000er-Niveau kurzzeitig zu erreichen.

Wir favorisieren aber ein Auslaufen der Reaktionsbewegung bereits bei 6 700 Zählern. Anschließend drohen neue Kursverluste. Noch im dritten Quartal rechnen wir aus technischer Sicht mit einem Fall des Dax unter die 6 000er-Marke. Da der Verkaufsdruck zunehmen dürfte, droht eine Beschleunigung der Abwärtsbewegung.

Mit Aufnahmebereitschaft rechnen wir erst ab 5 400 Punkte, wobei ein kurzzeitiger Ausverkauf bis 5 300 Punkte nicht auszuschließen ist. Vor diesem Hintergrund raten wir Investoren, die laufende Gegenbewegung zum Abbau von Positionen zu nutzen, um diese im späteren Jahresverlauf auf reduziertem Niveau zurückzukaufen.

Der Autor ist Händler im Bereich Capital Markets der WGZ Bank

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