Chartanalyse
Aktien deuten auf billigeres Öl hin

Die Börsen nehmen die Rohstoffpreisentwicklung vorweg - und deuten zu Zeit nach unten. Auch der Goldpreis kann als Indikator in Sachen Öl herangezogen werden - und auch hier ist die Aussage eindeutig. Der Ölmarkt in der Chartanalyse.

RIGA. Derzeit bleiben die Kursanstiege von Aktien aus der Ölbranche weit hinter dem Anstieg des Ölpreises zurück. Auf vergleichbare Situationen war in der Vergangenheit oft ein Rückgang des Ölpreises gefolgt.

Eine altbekannte These aus der Ökonomie besagt, dass Aktienkurse sehr sensibel auf wirtschaftliche Entwicklungen reagieren. Mehr noch: künftige Entwicklungen können bereits vorher durch Aktienkurse antizipiert werden.

Ölaktien hängen sehr dicht an der Entwicklung des Ölpreises. Steigt dieser, können Unternehmen aus der Ölbranche höhere Gewinne realisieren. Steigende Aktienkurse sind die Folge. Dieser Zusammenhang hat auch unter umgekehrten Vorzeichen Bestand. In den Jahren 1999 und 2000 stieg der Ölpreis zwar stark an, die Aktienkurse von Unternehmen aus der Ölbranche stagnierten dennoch. Offenbar waren den Aktienanlegern Informationen bekannt, die auf einen baldigen Ölpreisrückgang hinwiesen. Und tatsächlich: Ab Ende 2000 fiel der Ölpreis wieder aufgrund einer wirtschaftlichen Schwächephase.

Eine ähnliche Auseinanderentwicklung ist zwischen Ölaktien und Ölpreis festzustellen. Ölaktien sind seit Anfang 2007 um rund 20 Prozent gestiegen. Dagegen hat sich der Ölpreis im gleichen Zeitraum mehr als verdoppelt. Es ist also damit zu rechnen, dass der Ölpreis - ähnlich wie Ende 2000 - in den kommenden Monaten zu einer Korrektur ansetzt. Auch in Relation zum Gold ist Öl so überteuert wie zuletzt Mitte 2005. Damals war eine rund 18-monatige Baisse gefolgt, der Ölpreis fiel um mehr als 30 Prozent.

Der Autor ist Geschäftsführer von "Staedel Hanseatic" mit Sitz in Riga.

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