Chartanalyse
Auto-Branchenindex steht am Scheidepunkt

Der Branchenindex Dax-Sector Automobile wird seit einem Jahr von extremen Kursbewegungen der VW–Stammaktien beeinflusst. Aktuell rast das VW-Papier bergab. Aus Sicht vieler fundamentaler Analysten nähert sich die Aktie des zweitschwersten Branchenvertreters nach Daimler damit ihrem fairen Wert.

FRANKFURT. Damit könnten die von VW verursachten Verwerfungen im Dax-Sector Automobile enden.

Aus technischer Sicht signalisiert das Dreieck im abgebildeten Wochenchart, dass der Index vor der Entscheidung über eine starke Trendbewegung steht. Die Formation ergibt sich aus dem Abwärtstrend mit seinem Ursprung im Hoch im November 2007 als Obergrenze. Von diesen knapp 930 Zählern läuft die Trendlinie über die Zwischenhochs im November 2008 und zu Beginn dieses Monats bis auf aktuell rund 620 Punkte nach unten. Diesem fallenden Widerstand kommt von unten der kürzerfristige Aufwärtstrend entgegen. Die Line verbindet Tiefs vom März (370 Punkte) und von Mitte Juli 2009. Sie verläuft etwas unter dem aktuellen Niveau bei 527 Zählern. Aus den konvergierenden Linien resultiert das Dreieck.

Verlässt der Auto-Index die Dreiecks-Formation nach unten, was wegen des längeren und damit kräftigeren Abwärtstrends wahrscheinlich ist, muss mit weiteren Verlusten auf die Unterstützungen bei 425 und 370 Punkten gerechnet werden. Dreht das Branchenbarometer hingegen nun nach oben, dann würde ein Bruch des Abwärtstrends wahrscheinlich. Lässt der Auto-Dax diesen dann hinter sich, ist aus technischer Sicht ein weiterer Gewinn auf 700 Punkte oder bis zum nächsten Widerstand bei 780 Zählern zu erwarten.

Diesem positiven Szenario würde auch ein vorhergehender Fehlausbruch – der Rückfall unter die Trendlinie auf die erste Unterstützung bei 495 Zählern mit der anschließenden Reaktion nach oben - nicht widersprechen. Solche „False Breaks“ sind vor einer charttechnischen Entscheidung relativ häufig. Sie werden als trendbestätigend angesehen. Dies gilt auch für eine Richtungsentscheidung nach unten. Wird der Abwärtstrend nur kurzfristig überschritten und stellt sich der Widerstand bei 630 Punkten als zu massiv dar, dann wird eine Trendbewegung nach unten wahrscheinlich.

Anleger sollten für ihre Investitionsentscheidung auf einen klaren Bruch der Marke von 630 Punkten nach oben oder 495 Zählern nach unten im warten.

Frederik Altmann ist freier technischer Analyst.

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