Chartanalyse
Beim Dax kündigt sich Trendwende an

In den nächsten Tagen und Wochen könnte der deutsche Leitindex nach Meinung des Chartexperten Uwe Wagner weiter verlieren. Kurzfristig billigt er dem Dax Erholungspotenzial zu. Doch das Ausmaß der Erholung dürfte den weiteren Weg des Börsenbarometers bestimmen.

Die Krise am Subprime-Markt, der kräftige Einbruch der Immobilienpreise sowie steigende Rentenmärkte beschleunigten zuletzt die Kursverluste an den Aktienmärkten. Die US-Indizes verloren zwischenzeitlich mehr als am 17. September 2001, an dem die US-Börsen nach den Terroranschlägen vom 11. September den Handel wieder aufnahmen. Die Angst der Marktteilnehmer konzentriert sich konkret auf ein mögliches Ausweiten der Hypothekenkrise auch auf solide Schuldner.

Unter strategischen Gesichtspunkten liegt uns im Wochenchart des Dax ein primärer Aufwärtstrend vor, der grundsätzlich noch als intakt bezeichnet werden kann, jedoch bereits qualitativ Einbußen hinnehmen musste. Im kurzfristigen Zeitfenster sieht das Bild deutlich kritischer aus.

Strategisch gesehen ist der Dax angeschlagen, kurzfristig signalisiert er weiteres Abwärtspotenzial. Allerdings rechnen wir mit einer Reaktion nach oben auf Grund des überverkauften Marktzustandes. Je nach Ausmaß des kurzfristigen Aufschwungs kann sich abschätzen lassen, mit welcher Wahrscheinlichkeit sich der übergeordnete, abwärts ausgerichtete Bewegungsimpuls nach Abschluss der Reaktion fortsetzt.

Der Dax-Chart

Orientieren wir uns an unseren statistischen Auswertungen, wonach Wahrscheinlichkeiten ermittelt wurden, wie sich der Dax im Trendverlauf je nach Stärke der Korrektur nach Abschluss dieser wieder in Richtung des dominanten Bewegungsimpulses fortsetzt, so können wir folgende Trefferquoten definieren: korrigiert der Dax innerhalb des errechneten minimalen Korrekturpotentials (7 720 Punkte) und nimmt dann erneut Fahrt nach unten hin auf, rechnen wir mit einer Trefferquote von über 67 Prozent mit einem neuen Bewegungstief. Bei Ausschöpfen des normalen Korrekturpotentials (7 828 Punkte), sinkt die bisherige Trefferquote auf knapp 50 Prozent, schafft der Dax eine Maximumkorrektur (7 904 Punkte), liegt die Wahrscheinlichkeit einer kurzfristigen Wiederaufnahme des Abschwungs nur noch bei etwa 37 Prozent. Demnach gilt: die derzeit dominante Bewegungsrichtung im Dax auf Tagesbasis ist abwärts ausgerichtet, jede Erholung gilt als Reaktion. Somit schätzen wir das Risiko für weiter fallende Kurse für hoch ein.

Der Autor ist Geschäftsführer der Wagner

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