Chartanalyse
Bund-Rendite stößt auf harten Widerstand

Bei den Renditen 10-jähriger Bundesanleihen zeichnet sich eine Bodenbildung ab. Das nur kurzfristige Überspringen der Marke von 3,67 Prozent macht neue Tiefstände unwahrscheinlich, schreibt Rainer Sartoris, Analyst bei HSBC Trinkaus.

DÜSSELDORF. Die Renditen festverzinslicher Wertpapiere schwankten in den vergangenen Monaten mehr als üblich. Im Jahr 2008 kam es zu einem Zinsrutsch, der die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen auf ein Rekordtief drückte. Jüngst kletterten allerdings die Renditen, schossen jedoch über das Ziel hinaus.

Auslöser für den Renditeverfall im Laufe des Vorjahres war das Abgleiten unter das Tief vom März 2008 (3,67 Prozent), was zu einer Topformation führte. Aufgrund des Abwärtsimpulses wurden dann sogar die Tiefstände vom September 2005 bei rund drei Prozent unterschritten und mit 2,85 Prozent ein Minusrekord verbucht. Das unterschreiten der Drei-Prozent-Marke waren jedoch nur ein temporäres Phänomen: Unterhalb dieses Niveaus scheint die Nachfrage deutlich abzuebben, so dass hier die Basis für eine große Bodenbildung liegen dürfte.

Mit der danach einsetzenden Erholung wurde der seit den Hochs vom Juli 2008 existierende Abwärtstrend durchbrochen. Damit sind Tiefstände unter drei Prozent unwahrscheinlich geworden - ein Meilenstein auf dem Weg zur Stabilisierung. Weiterer Beleg dafür ist der Sprung über die horizontalen Hürden bei 3,41/3,43 Prozent. Im Anschluss gelang es der Rendite kurzzeitig sogar die Nackenlinie der genannten Topformation bei 3,67 Prozent zu überwinden. Diese Zone ist bedeutend, wie eine Reihe weiterer markanter Tiefpunkte der vergangenen Jahre unterstreicht. Ein Sprung über diese Marken ist äußerst schwierig, hellt aber die charttechnische Perspektive auf.

Nach einem solchen kurzfristigen Fehlausbruch kommt es häufig zu einer kräftigen Gegenbewegung. Insofern ist davon auszugehen, dass es zumindest zu einem Rückschlag in Richtung 3,41/3,43 Prozent kommt. Auch die Gefahr eines erneuten Abtauchens unter diese Marke ist nicht gebannt.

Fazit: Es gibt Anzeichen für eine langfristige Bodenbildung bei der 10-jährigen Rendite, so dass neue Tiefstände zunehmend unwahrscheinlicher werden. Nach dem jüngst übertrieben hohen Plus zeichnet sich zunächst ein erneuter Rückgang der Rendite ab, bevor der Bodenbildungsprozess mittelfristig wieder einsetzt.

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