Chartanalyse
CRB-Rohstoffindex rutscht ab

Die Charttechnik signalisiert einen langfristigen Abwärtstrend. Tages- und Wochenindikatoren zeigen keinerlei Stabilisierungsansätze oder sonstige Signale einer bevorstehenden Wende zum Besseren. Ein Bruch der Unterstützungszone von 265 bis 230 Punkten steht bevor.

BAD HOMBURG. Wohin man auch sieht, alle nennenswerten Märkte haben ihre mittel- und langfristigen Aufwärtstrends gebrochen. Schlimmer noch, als dies bei den meisten Aktienindizes zu beobachten war, hat es die ohnehin äußerst schwankungsanfälligen Rohstoffmärkte erwischt. Deutlich wird dies am Beispiel des CRB-Index, der alle relevanten Rohstoffe dieser Welt repräsentiert. Gemessen an dem erst im Sommer bei rund 470 Punkten markierten Allzeithoch hat sich das Barometer binnen kurzer Zeit nahezu gedrittelt.

Der klassischen Lehrmeinung der technischen Analyse folgend, befindet sich das am meisten beachtete Rohstoffbarometer in einem langfristigen Abwärtstrend. Und nichts ist unter technischen Gesichtspunkten wahrscheinlicher als die Fortsetzung eines einmal eingeschlagenen Trends. In dieselbe Richtung zielen die auf breiter Front negativen Tages- und Wochenindikatoren, die keinerlei Stabilisierungsansätze oder sonstige Signale einer bevorstehenden Wende zum Besseren anzeigen.

Genauso negativ ist der kaum mehr abwendbare Bruch der breiten, von rund 265 bis 230 Punkten messenden Unterstützungszone. Allein hieraus eröffnet sich weiterer Korrekturspielraum, der in den kommenden Wochen von 182 bis 175 Punkte reicht. Spätestens dort sollte - nein muss! - sich die Lage beruhigen. Andernfalls droht eine weitere Abwärtslawine, die den Index dann schnell in Richtung 100 Punkte befördern könnte - ein zuletzt in den 60er- beziehungsweise 70er-Jahren gesehenes Niveau.

Um diese Risiken zu entschärfen, ist eine nachhaltige Rückkehr über mindestens 265 Punkte nötig. Doch darauf deutet momentan so gut wie nichts hin. Obwohl wir auf sinkende Rohstoff- und Energiepreise gewartet haben, kann das nun eingetretene Szenario an den Finanzmärkten anscheinend niemandem so richtig Freude bereiten - bestenfalls beim Tankstellenbesuch. Das "schwarze Gold" steuert nach dem Fall unter die 50-Dollar-Marke nun die nächste Unterstützungszone von 37 bis 33 Dollar je Fass an. Erst dort gibt es wieder eine technische Stabilisierungschance.

Der Autor ist technischer Analyst bei Staud-Research.

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