Chartanalyse: Der Aktie der Deutschen Bank droht weiteres Ungemach

Chartanalyse
Der Aktie der Deutschen Bank droht weiteres Ungemach

Die Aktie der Deutschen Bank hat innerhalb eines Jahres rund zwei Drittel ihres Werts verloren - und es gibt kaum Anzeichen für eine Wende. Vieles deutet auf sinkende Kurse in den kommenden Monaten hin - Schnäppchenjäger sollten abwarten.

DÜSSELDORF. Die Aktie der Deutschen Bank hat sich im vergangenen Jahr von 90 Euro zu Beginn 2008 mehr als gedrittelt. Investoren könnten sich nun die Frage stellen, ob angesichts eines aktuellen Kursniveaus von knapp 25 Euro die Zeit für einen strategischen Neueinstieg gekommen ist.

Bei der Chartanalyse fällt als erstes auf, dass sich die Bankaktie unter mittel- bis langfristigen Aspekten eindeutig im Abwärtstrend befindet. Während des abgelaufenen Börsenjahres wurde sogar ein ohnehin schon abwärts gerichteter Trendkanal nach unten verlassen, mit dramatisch negativen Folgen für die Aktie. Diese ehemalige untere Trendkanalbegrenzung bildet nun bei etwa 40 Euro einen nicht zu überwindenden Widerstand, der aber ohnehin außerhalb jeder Reichweite liegt. Auch in den kurzfristigen Zeitfenstern können wir keinen markanten Trendbruch attestieren, wenn man von dem Abwärtstrend ab September absieht. Dieser verlief allerdings derart steil, dass ein Trendbruch früher oder später unweigerlich eintreten musste und deshalb analytisch bedeutungslos ist. Aus Sicht der Trendanalyse gibt es also keine Investitions-Gründe.

Schnäppchenjäger könnten jedoch einwenden, dass es viel zu lange dauern würde, einen Trendbruch abzuwarten und deshalb ein früherer Einstieg taktisch ratsam wäre. Deshalb ist es sinnvoll, die Struktur der Mitte November begonnenen Erholungsbewegung zu analysieren. Das Ergebnis fällt ernüchternd aus: Gegenüber dem Dax erwies sich der Blue Chip in den vergangenen Wochen lediglich als Marketperformer, was angesichts des vorangegangen Kursverfalls als Enttäuschung zu werten ist.

Auch eine Analyse der Kapitalströme kommt zu keinen überzeugend positiven Ergebnissen. So wurde das November-Tief nicht von einer Ausverkaufswelle begleitet, die häufig einer nachhaltigen Bodenbildung vorausgeht. Während der folgenden Kurserholung konnten anhand der Volumenindikatoren nur sehr moderate Mittelzuflüsse nachgewiesen werden, die keinerlei Entschlossenheit der Investoren widerspiegelten. Schließlich verläuft die Gegenbewegung unter charttechnischen Aspekten in einem verhältnismäßig flachen Anstiegswinkel, der an einem grundlegenden Impulswechsel zweifeln lässt.

Aufgrund dieser unverkennbaren strukturellen Schwächen erwarten wir in den kommenden Monaten einen Rückfall bis zu den Jahrestiefststände von 2008 bei 18,60 Euro. Theoretisch bestünde zwar die Möglichkeit, dass sich ein doppelter Boden ausbildet. Das Gesamtbild deutet allerdings eher darauf hin, der technische Orientierungspunkt unterschritten und neue Tiefststände erreicht werden.

Der Autor ist Chartanalyst bei der WGZ-Bank

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