Chartanalyse
Euro erstürmt neue Allzeithochs

Nachdem der Euro zuletzt einen neuen Höchststand erreicht hat, ist mit einer Abschwächung zunächst nicht zu rechnen: Technische Indikatoren deuten auf eine Fortsetzung der Rally hin - und die europäische Gemeinschaftswertung befindet sich in einer Neubewertung.

FRANKFURT. Betrachten wir zunächst den Verlauf des Euro-Dollar-Währungspaares seit Dezember 2004. Am 31. Dezember 2004 hatte der Euro am Spotmarkt sein bisheriges Allzeithoch bei 1,3661 Dollar markiert. Es folgte jedoch der steile Absturz, allerdings unter hoher Volatilität. Dabei erreichte der Euro das Tief dieses Abwärtstrends Ende Februar 2006 mit 1,1641 Dollar.

Aus charttechnischer Sicht relevant ist die Ausbildung einer unteren Umkehrformationen in Form einer inversen Schulter-Kopf-Schulter-Formation, (im Chart mit S-K-S gekennzeichnet), die sich von Juli 2005 bis April 2006 ausbildete.

Danach fand eine Seitwärts-Konsolidierung statt mit Kursen zwischen 1,25 und 1,29 Dollar. Sie dauerte bis November 2006 an und bildete damit eine starke Unterstützungszone. Der Markt betrachtet den Euro in dieser Spanne als fair bewertet.

Erst im November 2006 brach der Euro aus der Seitwärtsphase nach oben aus. Allerdings zeigt der Chart auch, dass die europäische Währung zwischen Januar und Februar 2007 die obere Linie des Seitwärtskanals erneut testete. Entscheidend für das weitere Schicksal des Euro war dann, dass die erneute Impulskraft nach oben ausreichte, um die europäische Währung signifikant vor dieser Unterstützungslinie zu lösen. Der Markt bewertete die europäische Gemeinschaftswährung also völlig neu.

Und diese Neubewertung hält immer noch an, denn der Euro klettert weiter. Die letzte Bastion nahm die Währung, als sie am 10. Juli dieses Jahres die Widerstandslinie bei etwa 1,37 Dollar deutlich durchbrach. Die Trendfolgeindikatoren signalisieren den stabilen Aufwärtstrend. Die Rally könnte also durchaus noch weiter laufen.

Die nächsten Unterstützungslinien bei kurzzeitigen Einbrüchen wären die Marken von 1,366 Dollar, dann der Bereich zwischen etwa 1,336 Dollar und 1,329 Dollar. Danach gilt wieder die alte Zone zwischen 1,293 und 1,248 Dollar als massive und breite Unterstützung.

Der Autor arbeitet als selbstständiger Portfolio-Manager für Privatkunden (» www.drbauer-consult.de) und ist Vorstandschef des Berufsverbands der Technischen Analysten Deutschlands.

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