Chartanalyse
Euro-Kurs steht vor einer Bodenbildung

Trotz eines Rückfalls unter wichtige Unterstützungen deutet die Charttechnik auf eine Stabilisierung hin.

DÜSSELDORF. Das Jahr 2005 wird nicht als das Jahr des Euros in die Geschichte eingehen. Bereits in der ersten Handelswoche im Januar erreichte die Einheitswährung gegenüber dem US-Dollar ihr diesjähriges Hoch. Seither befindet sie sich in einem Abwärtstrend.

Aus Sicht der Charttechnik lassen sich aktuell jedoch erste Anzeichen für ein mögliches Ende der Talfahrt erkennen. Für eine Stabilisierung spricht zunächst, dass das jüngste Unterschreiten der soliden Unterstützungszone, die sich von 1,1865 bis 1,1905 Dollar erstreckt, nicht zu einem neuen dynamischen Abwärtsimpuls führte. Die angesprochene Zone resultiert gleich aus mehreren Tiefständen. Zudem verläuft hier eine Trendlinie, die die Nackenlinie einer großen Schulter-Kopf-Schulter-Topformation bildet.

Trotz der negativen Ausgangssituation ist der Euro zuletzt in eine Seitwärtsbewegung eingetaucht, wobei die untere Begrenzung dieser Bewegung durch die Tiefs bei 1,1637/59 Dollar gebildet wird. Wird diese Zone unterschritten, müsste das Szenario einer Bodenbildung zu den Akten gelegt werden. In den vergangenen Tagen hat sich der Euro jedoch langsam in Richtung der oberen Begrenzung der Seitwärtsbewegung vorgearbeitet, die mit dem ehemaligen Unterstützungsbereich korrespondiert. Sollte er zurück in diese Zone gelangen, würde sich die Lage deutlich aufhellen.

Für eine Stabilisierung sprechen auch die quantitativen Indikatoren, die einen möglichen Richtungswechsel ankündigen. Hervorzuheben ist hier der Stochastik-Indikator, der auf übertriebene Kursbewegungen hinweist. Er steht kurz davor, ein neues Einstiegssignal zu generieren. Zudem fällt eine gegenläufige Entwicklung zwischen Kursverlauf und dem Indikator auf. Letzterer hat im Verlauf der jüngsten Abwärtsbewegung keine neuen Tiefs verzeichnet, was generell als ein Signal für eine Stabilisierung gilt.

Erfolgt der Wiederanstieg über 1,1905 Dollar, sollte ein schneller Vorstoß in Richtung des dominierenden Abwärtstrends einkalkuliert werden, der derzeit bei 1,2125 Dollar verläuft. Ein Anstieg über diese Marke würde sogar die Basis für eine nachhaltige Befestigung des Euros legen.

Der Autor ist Analyst bei HSBC Trinkaus & Burkhardt.

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