Chartanalyse
Europäische Standardwerte bleiben gefährdet

Die technische Analyse gibt keinen Hinweis auf ein Ende des Abwärtstrends, schreibt Achim Matzke, Analyst bei Commerzbank Corporates & Markets. Welche langfristigen Perspektiven der Experte sieht.

FRANKFURT. Die mittelfristige Perspektive auf den Dow Jones Euro Stoxx 50 ist aus technischer Sicht klar: Der Verlauf der Messlatte für die 50 wichtigsten Standardwerte der Eurozone gibt keinen Hinweis auf ein Auslaufen der Baisse beziehungsweise die Ausbildung einer Bodenformation. Deshalb sollte die defensive Grundhaltung zunächst beibehalten werden - auch nach einem Gesamtverlust von bisher 60 Prozent.

In der kurzfristigen Perspektive hat sich seit Anfang Februar eine kurzfristige Abwärtsbeschleunigung ergeben. Diese trieb den Index bis in die langfristige Unterstützungszone von 1 800 bis 1 850 Punkten im Bereich der Baisse-Tiefs aus dem Jahr 2003. Aufgrund der stark überverkauften Lage überrascht es nicht, wenn es hier zu einer sehr schwankungsstarken Stabilisierung beziehungsweise zu einer moderaten technischen Erholung kommen sollte.

Aus längerfristiger Sicht ergibt sich folgendes Bild: Der Index war nach der großen Hausse der Jahre 2003 bis 2007 bis auf 4 573 Zähler geklettert, hatte sich in diesem Zuge verzweieinhalbfacht. Er war im zweiten Halbjahr 2007 unterhalb der gestaffelten Widerstandszone um 4 500 bis 4 573 Punkte in eine technische Top-Formation hineingelaufen, ein so genanntes Dreieck.

Zum folgenden Jahreswechsel hatte der Index diese Top-Formation mit einem übergeordneten Gewinnmitnahme-Signal beendet. Dabei wurde gleichzeitig noch die 200-Tage-Linie sowie der vorherige, mehrjahrige Hausse-Trend verlassen.

Danach bildete der DJ Euro Stoxx 50 im vergangenen Jahr einen Baisse-Trend mit einer im historischen Vergleich normalen Abwärtsdynamik heraus. Als Konsequenz liegt ein zentraler Baisse-Trend vor, der aktuell bei rund 2 900 Zählern für die Standardwerte-Messlatte leicht oberhalb der fallenden 200-Tage-Linie verläuft. Im vierten Quartal des vergangenen Jahres ist es dann zu einer sehr deutlichen Baisse-Verschärfung gekommen. Das schlug sich nieder in einem kurzfristigen, steilen Abwärtstrend mit einem Indexverlust von 3 400 auf 2 128 Punkten.

Ab dem Oktober 2008 hat sich auf dem reduzierten Niveau ein mittelfristiger Abwärtskanal ergeben. Die obere Abwärtskanallinie verläuft bei etwa 2400 Punkten. Dieser Abwärtskanal hat wieder die "alte" Baisse-Dynamik, wie sie über weite Strecken des vergangenen Jahres vorlag.

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