Chartanalyse
Goldinvestments versprechen gute Chancen

Steigende Inflationsraten und der reale Preis des Edelmetalls signalisieren eine Fortsetzung des technischen Aufwärtstrends. Erst wenn der Kurs unter 800 Dollar fallen sollten, würde sich der charttechnische Ausblick eintrüben.

DARMSTADT. Edelmetalle gelten als Inflationsschutz für konservative Anleger. Der Goldpreis ist daher immer auch als Seismograph für die Inflationserwartungen der Akteure am Markt zu sehen. Aus heutiger Sicht, da die rapide steigenden Energiepreise zunehmend auf alle anderen Güterpreise durchschlagen, bewiesen die Investoren mit dem Kauf von Gold schon zur Jahrtausendwende ein hervorragendes Gespür.

Insbesondere bei Anlagen, die einen Schutz vor der allgemeinen Geldentwertung bieten sollen, liegt immer auch eine Betrachtung der Kursentwicklung auf realer Basis nahe. Kurse der Vergangenheit werden dabei mittels der amtlichen Inflationsrate auf das heutige Preisniveau hochgerechnet. Man erhält dadurch näherungsweise einen Kaufkraftvergleich pro Unze Gold auf Basis der aktuellen Preise.

Der nebenstehende Chart zeigt das Gold auf Dollar-Basis, umgerechnet mit den amtlichen US-Verbraucherpreisen. Der nominale Kurs für das gelbe Metall erreichte im Januar 1980 im Hoch 850 Dollar pro Unze. Dieser Betrag entspräche nach heutigen Preisen einer Kaufkraft von 2 350 Dollar.

Nominal liegt das aktuelle Kursniveau zwar nahe des Allzeithochs. Real betrachtet bewegt es sich jedoch noch nicht einmal auf der Hälfte dessen, was Anleger vor 28 Jahren unter dem Eindruck der zweiten Ölkrise pro Feinunze zu bezahlen bereit waren. Aktuell hält sich die Teuerung auf Seiten der Verbraucher trotz des Ölpreisanstiegs noch in Grenzen. Sollte der Ölpreis - und damit auch alle anderen Energiekosten - auf dem aktuellen Niveau bleiben, werden die Unternehmen die steigenden Produktionskosten in den kommenden Monaten verstärkt weitergeben.

Ein deutlicher Anstieg der Inflation wäre die Folge. Auch die Charttechnik spricht nach der Konsolidierung in den letzten zwei Monaten für eine Fortsetzung des Ende 2005 eingeschlagenen Aufwärtstrends. Gold bleibt mittelfristig kaufenswert. Erst wenn der Kurs unter 800 Dollar fallen sollten, würde sich der charttechnische Ausblick eintrüben.

Die Autoren sind Hans-Dieter Schulz, Experte für technische Analyse und Mitherausgeber der Hoppenstedt-Charts, und Lutz Mathes.

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