Chartanalyse
Goldpreis nimmt Anlauf für einen neuen Anstieg

An Argumenten für den seit Jahren im Aufwind befindlichen Goldpreis mangelt es nicht - ganz gleich, ob man die allgemeine Verunsicherung an den Märkten oder die von aufstrebenden Nationen wie Indien und China steigende Nachfrage annimmt.

BAD HOMBURG. Aber auch der klassische Ansatz des inflationssicheren Hafens ist in Zeiten global steigender Zinsen wie momentan nicht zu vernachlässigen.

Aus Sicht der Charttechnik lautet die entscheidende Frage, ob es sich bei der jüngsten Abwärtsbewegung um eine Korrektur oder eine größere Trendwende handelt. Bisher spricht die überwiegende Mehrzahl der Fakten für das erste Szenario. Das gewichtigste Argument stellen die beeindruckenden, mittel- und langfristig noch immer intakten Aufwärtstrends dar. Zudem bewegen sich die Abschläge in einem analytisch bislang unproblematischen Rahmen, was insbesondere bei Betrachtung des Langfristcharts deutlich wird. Gemessen am vorausgegangen, seit vergangenem Herbst nochmals beschleunigten Anstieg ist kaum etwas zu Bruch gegangen.

Allerdings dürften die Bäume für den Goldpreis in absehbarer Zeit nicht in den Himmel wachsen. In den kommenden Wochen ist eine Seitwärtstendenz wahrscheinlich, in deren Rahmen es die bei zahlreichen Indikatoren entstandenen Überhitzungen abzubauen gilt. In diesem Zusammenhang stellt der Bereich zwischen 600 und 620 Dollar eine solide Unterstützungszone dar, der Hoffnung auf eine vorübergehende Bodenbildung stiftet.

Sobald diese Bodenbildung abgeschlossen ist, steht aus heutiger Sicht neuen Aufwärtsbewegungen kaum etwas entgegen. Als letzter Orientierungspunkt dient bei einem weiteren Anstieg der Bereich um 850 Dollar, wo mehrere historische Hochs liegen. Letztmalig notierte Gold im Januar 1980 auf diesem Preisniveau. Auf Sicht mehrerer Jahre scheint ein Sprung über diese Marke möglich. Zunächst aber muss die Aufwärtsbewegung wieder Fahrt aufnehmen. Nach unten ist der Goldpreis dabei gut abgesichert. Der langfristige Haupttrend geräte erst bei einem nachhaltigen Fall unter den Bereich von 480 bis 500 Dollar in Gefahr, was aus heutiger Sicht allerdings sehr unwahrscheinlich ist.

Der Autor ist technischer Analyst bei Staud Research in Bad Homburg.

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