Chartanalyse
Kaufsignal für Mutige beim Eurostoxx

Seit Dezember 2007 folgt der Eurostoxx Kursindex einem übergeordneten Abwärtstrend; nach wie vor ist die Nervosität der Marktteilnehmer greifbar, starke Schwankungen sind die Folge. Aus charttechnischer Sicht ist eine Trendumkehr bei europäischen Aktien noch nicht sicher.

DARMSTADT. Die Nervosität der Marktteilnehmer ist ungebrochen. So rutschten beispielsweise am 30. März die Aktien nach den Gerüchten um General Motors auch in Europa steil ab. Der Auswahlindex für europäische Aktien, der Eurostoxx 50, ging mit einem Tagesverlust von über fünf Prozent aus dem Handel. Wenig später schnellten die europäischen Standardwerte dann aber wieder um knapp sechs Prozent nach oben. Mit Fundamentaldaten lassen sich solche irrationalen Ausschläge nicht erklären, eher mit Börsenpsychologie.

Der Eurostoxx Kursindex folgt seit Dezember 2007 einem übergeordneten Abwärtstrend, der aktuell bei 2 900 Punkten verläuft. Ende August verschärfte sich der weltweite Verkaufsdruck auf Aktien, was beim Eurostoxx einen noch steileren Abwärtstrendkanal zur Folge hatte. Die steilere mittelfristige Trendgerade konnten die europäischen Blue Chips mit dem jüngsten Vorstoß über 2 210 Punkte letzte Woche nach oben durchbrechen. Es fehlt aber bislang an einer tragfähigen unteren Trendwendeformation, die dieses technische Kaufsignal unterstützen würde.

Der Blick auf den Chart zeigt, dass der Eurostoxx-Index in den Widerstandsbereich zwischen 2 150 und 2 290 Punkten eindrang. Der untere Rand dieser Zone leitet sich aus den Tiefpunkten im November 2008 und Januar 2009 ab.

Neben dem erwähnten Bereich um 2 290 Punkte lässt sich darüber auch noch eine schmale Zone um 2 400 Zähler ausmachen, in der die Notierung im Zeitraum seit letztem Oktober ebenfalls öfter drehte. Die Erfahrung zeigt, dass häufige Wendepunkte in schmalen Kursbändern auch in der zukünftigen Entwicklung die Anleger dazu animieren, an diesen Marken Kasse zu machen. So lange der Eurostoxx diese Widerstandszonen nicht hinter sich lassen kann, sind europäische Aktien aus technischer Sicht vorerst nur als Halteposition zu klassifizieren.

Autoren: Hans-Dieter Schulz ist Mitherausgeber der Hoppenstedt-Charts, Lutz Mathes sein Mitarbeiter.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%