Chartanalyse
Kurserholungen beim Dax nur Strohfeuer

Aus charttechnischer Sicht steckt der deutsche Leitindex in einem langfristigen Abwärtstrend. Erst wenn die obere Trendkanallinie bei aktuell 5 770 Punkten nachhaltig überwunden wird, kann von einer Trendwende gesprochen werden. Davon ist der Dax jedoch noch ein gutes Stück entfernt.

DÜSSELDORF. Der deutsche Leitindex Dax hat am 24. Oktober sowie am 21. November im Handelsgeschehen mit 4 015 und 4 035 Punkten zwei Verlaufstiefs markierte, nachdem es im zurückliegenden Börsenjahr dramatisch abwärts ging. Diese Zwischentiefs wurden im weiteren Verlauf nicht mehr unterschritten. Anschließend konnten die deutschen Börsen-Schwergewichte eine längst fällige Erholung einleiten, bei der Anfang Januar die untere Linie des seit Dezember 2007 gültigen Abwärtstrendkanals bei 4 970 Punkten erreicht wurde. Auf Schlusskursbasis konnte diese Chartmarke nicht überwunden werden. Der Dax näherte sich erneut den bereits erwähnten Tiefstständen. Auf Intra-Day-Basis wurde am 23. Januar mit 4 067 Zählern ein neues Tief ausgelotet, welches knapp über den zwei Verlaufstiefs aus dem vergangenen Jahr liegt.

Dies ist unseres Erachtens ein gutes Zeichen. Auch dass der Dax sowohl im Oktober, November als auch zuletzt auf Schlusskursbasis die Unterstützung bei 4 180 Zählern erfolgreich verteidigen konnte, macht durchaus Mut. Doch die Frage ist, ob es sich hierbei um eine Trendwende oder nur um ein Strohfeuer handelt. Darauf gibt es mit Hilfe von Lineal und Bleistift sowie mathematisch berechneter Indikatoren eine klare Antwort. Diese ist im Fünf-Jahres-Chart auf Wochenbasis zu finden. Der Dax beendete im Januar 2008 eine seit März 2003 andauernde Hausse mit dem Bruch der unteren mittelfristigen Trendkanallinie. Ausgehend vom letzten Hoch vom 28. Dezember des gleichen Jahres liegt ein bis heute gültiger Abwärtstrendkanal vor.

Erst wenn die obere Trendkanallinie bei aktuell 5 770 Punkten nachhaltig überwunden wird, kann von einer Trendwende gesprochen werden. Davon ist der Dax jedoch noch ein gutes Stück entfernt. Da auch die 40-Wochen-Durchschnittslinie unverändert nach unten zeigt, können weitere Kurskorrekturen nicht ausgeschlossen werden. Rutscht das hiesige Börsenbarometer unter die Unterstützung bei 4 180 Punkten sowie unter die Verlaufstiefs bei 4 015 / 4 067 Zählern, droht ein Absturz bis in den Bereich um 3 600 Punkte. Das Fazit lautet: Die Baisse bleibt. Kurzfristige Kurssteigerungen, wie wir sie zuletzt gesehen haben, sind lediglich Gegenbewegungen innerhalb eines intakten Abwärtstrends.

Der Autor ist technischer Analyst bei der WestLB

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