Chartanalyse
Technik liefert keine Hinweise für Besserung

Trendfortsetzung statt Trendwende: Noch immer ist kein Ende der seit Jahresbeginn 2008 andauernden Abwärtstendenz des Deutschen Aktienindexes Dax absehbar. Langfristig orientierte Investoren sollten einen nachhaltigen Ausbruch in die eine oder andere Richtung abwarten.

HAMBURG. Die seither maßgebliche Abwärtstrendlinie verläuft dieser Tage knapp unter der Marke von 5 800 Punkten und ist damit in weiter Ferne vom aktuellen Kursniveau. Auch ist noch keine Trendwende zu erkennen.

Immerhin kann man dem Dax aber seit dem Oktober-Tief von 4 015 Zählern den Übergang in eine Seitwärtsphase bescheinigen. Die Untergrenze dieser Schiebezone wird seither durch mehrere Tiefstkurse im Wochenchart bei 4 015, 4 062, 4 035 und letztlich 4 067 im Januar 2009 markiert. Die Obergrenze der Tradingrange ist im engeren Sinne durch das Januar-Hoch bei 5 111 Punkten gekennzeichnet, ursprünglichen aber erst durch die Hochpunkte bei 5 303 und 5 384 Punkten aus Oktober und November 2008.

So wenig aufregend es klingen mag: Solange der Index innerhalb dieser Bereichsgrenzen verharrt, sollten sich allenfalls sehr aktive und flexible, eher kurzfristig orientierte Anleger im sogenannten Range-Trading engagieren. Der mittel- bis langfristig orientierte Investor sollte einen nachhaltigen Ausbruch in die eine oder andere Richtung abwarten. Dies gilt umso mehr, da der Dax auch mit Blick auf seine beiden wesentlichen Trendgeraden derzeit in ein ambivalent zu interpretierendes Dreieck hineinläuft. Der Abwärtstrend seit Anfang 2008 und der Aufwärtstrend seit dem Baissetief im Jahre 2003 laufen innerhalb der genannten Seitwärtszone spitz zusammen.

Im Endergebnis überwiegt derzeit noch der negative charttechnische Gesamteindruck. Denn auch wenn derzeit sowohl in Bezug auf die genannte Seitwärts-Schiebezone als auch auf die begrenzenden Trendlinien des „großen Dreiecks“ ein nachhaltiger Ausbruch abgewartet werden muss, so gelten doch beide der genannten Chartformationen eher als Trendfortsetzungs- denn als Trendwendeformationen. Wahrscheinlicher wäre demnach der alsbald erfolgende Ausbruch nach unten hin. Anzeichen einer nachhaltigen Besserung sind markttechnisch bisher noch nicht auszumachen.

Der Autor Holger Struck ist technischer Analyst bei Hslivetrading.

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