Chartanalyse
Technik sendet Warnsignale für den Dax

Seit dem letzten zyklischen Tief Ende April hat sich der Deutsche Aktienindex rasant entwickelt. Die Intensität der Bewegung erinnert bereits wieder an die "guten" alten Hausse-Zeiten der 90er-Jahre.

ZÜRICH. Als Folgeerscheinung der jüngsten Rally hat der Optimismus am Markt kräftig zugenommen. Aktuelle Sentiment-Umfragen zeigen, dass die Sorglosigkeit unter den Marktteilnehmern zuletzt deutlich gestiegen ist. Die Investoren sind sich in dem aktuellen Umfeld ihrer Sache ziemlich sicher, was auch an der immer noch sehr niedrigen impliziten Volatilität (VDax) abgelesen werden kann.

Das Thema Risiko spielt in der aktuellen Marktphase eher eine untergeordnete Rolle. Letztendlich hat nicht einmal der Terror in London den Aktienmarkt nachhaltig belasten können. Unserer Meinung nach ist das gegenwärtige Sentiment zumindest mittelfristig als klare Kontraindikation anzusehen. Wenn man sich zusätzlich vor Augen hält, dass der Dax aus rein technischer Sicht auf allen Zeitebenen überkauft ist und sich zudem am oberen Ende seines langfristigen Aufwärtstrend aus dem letzten Jahr befindet, kommt man zu dem Schluss, dass das weitere Potenzial zunehmend begrenzt sein dürfte.

Im Gegenteil: Der wieder schwächelnde Dollar deutet darauf hin, dass sich die relative Stärke der europäischen Aktienmärkte zumindest in den kommenden Wochen wieder eher ins Gegenteil drehen dürfte. Nicht zu vergessen ist auch, dass die Aktienmärkte mit dem September dem traditionell schwächsten Monat im Jahr entgegenstreben, so dass die Risiken eines deutlichen Rückschlagen klar überwiegen.

Kurzfristig erwarten wir bis in die letzte Augustwoche hinein eine erweiterte Top-Bildung, die durchaus bis in den Bereich von 5 200 Punkten reichen kann. Aus technischer Sicht würden wir Kursstärken zu Gewinnmitnahmen bzw. zum Ausstieg nutzen. Wir erwarten vor allem für den September einen Rückschlag von rund zehn Prozent, der den Dax an das untere Ende seines Aufwärtstrends aus dem Vorjahr bei rund 4 600 Punkten führen könnte.


Michael Riesner leitet die technische Analyse der UBS Investment Bank.

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