Chartanalyse
US-Leitindex sendet düstere Kurssignale

Aus fundamentaler Sicht mögen Analysten den Börsen kaum Potenzial einräumen. Zu negativ wiegen die Konjunkturaussichten. Gar auf Sturm stehen die Zeichen aus technischer Sicht. Das gilt vor allem für den US-Leitindex S&P 500.

DÜSSELDORF. Fast alle Profis weltweit richten sich nach diesem Index. Entsprechend groß ist sein Einfluss auch auf deutsche Indices. Ein Blick auf den S&P 500-Chart zeigt eine Gipfelformation, wie sie sich in einem Lehrbuch kaum besser darstellen lässt.

Als Gipfelformation bezeichnen Charttechniker einen Kursverlauf, bei dem Aktien oder ein Index mehrfach erfolglos zu neuen Hochs ansetzen. Im S&P 500 bildete sich in der zweiten Hälfte 2007 das baisseträchtige Bild der dreifachen Spitze.

Wegen ihrer Prägnanz - zwei Hochs umrahmen das höchste Hoch - gleicht sie einem Kopf mit zwei Schultern. Technische Analysten orientieren sich an Kurscharts. Sie versuchen aus vergangenen Mustern Vorhersagen abzuleiten. Weil sich besonders professionelle Investoren entsprechend solcher Muster im Markt positionieren, gewinnt die Lehre allein daraus schon Daseinsberechtigung.

Negative Signale sendet die Gipfelformation, sobald die Kurse Niveaus unterschreiten, die sie monatelang erfolgreich verteidigen konnten. In diesem Fall kommt dem Bereich zwischen 1 480 und 1 400 Punkten große Bedeutung zu. "Investoren interpretieren den Durchbruch nach unten als Kapitulation der Optimisten gegenüber den Pessimisten - die Aktienkurse sinken. Hedge-Fonds verstärken den Effekt, indem sie auf fallende Kurse setzen", beschreibt ein Frankfurter Händler den jüngsten Ausverkauf.

Obendrein trüben saisonale Einflüsse das Bild. Nach einer weithin verbreiteten Meinung entscheiden die ersten Januar-Tage über das gesamte Jahr. Analysten und Anleger streiten über den Sinn solch einer simplen Strategie, seit es sie gibt. Entscheidend ist, dass sich Prophezeiungen umso eher erfüllen, je mehr nach ihnen handeln.

Auf 2008 angewendet verheißt die Regel nichts Gutes: Seit Jahresbeginn verlor der S&P fast sieben Prozent. Solch einen schlechten Start gab es nach Berechnungen des auf Firmen- und Aktieninformationen spezialisierten Hoppenstedt-Verlags noch nie.

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