Chartgespräch „An der Börse herrscht dramatische Euphorie“

Widersprüchlicher kann die Situation an den Aktienmärkten eigentlich nicht mehr werden, urteilt Klaus Deppermann von der BHF-Bank. Der erfahrene Analyst kann sich zumindest an keinen vergleichbaren Fall in den vergangenen Jahrzehnten erinnern. Warum die Lage an den Börsen derzeit so schwierig zu beurteilen ist.
8 Kommentare
Parkett der Deutschen Börse: Derzeit sind Anleger für die nächsten Monate optimistisch. Quelle: DAPD

Parkett der Deutschen Börse: Derzeit sind Anleger für die nächsten Monate optimistisch.

DÜSSELDORF. Argumente für steigende Kurse findet Klaus Deppermann genauso viele wie für fallende. Kein Wunder, schließlich pendelt der Dax nun schon ein gutes dreiviertel Jahr richtungslos auf und ab. Doch nach seiner Einschätzung gefragt, schlägt sich Deppermann in das Lager der Bären und setzt auf fallende Kurse.

Argument Nummer eins ist die "dramatisch euphorische" Stimmung unter Anlegern. Der Experte macht dies an den gut 3 000 privaten und professionellen Anlegern fest, die Europas größter unabhängiger Anbieter von Stimmungsindizes und verhaltensorientierten Daten, Sentix, Woche für Woche befragt. Noch nie gab es derart viel Optimismus, wenn man die Anleger zu den Aussichten für die kommenden sechs Monate befragt. Auch in den USA registrieren die Statistiker stark gestiegenen Optimismus.

Technische Analysten beurteilen dies üblicherweise als Kontraindikator. Wer optimistisch für Aktien gestimmt ist, hat sein Geld in Erwartung auf steigende Kurse bereits investiert, so das Kalkül. Demzufolge besteht wenig Potenzial für weitere Käufe, also steigende Aktienkurse.

Deppermann vermutet einen simplen Grund für den plötzlich gestiegenen Optimismus. Jahr für Jahr setze sich bei immer mehr Anlegern die Vorstellung durch, dass der September und Oktober ganz besonders schwierige Aktienmonate sind. "Jetzt halten Anleger diese schwierige Zeit für ausgestanden und wechseln abrupt ins Lager der Optimisten", argwöhnt Deppermann. Was viele Börsianer aber nicht wissen: Der Oktober war in der Vergangenheit sehr oft ein Monat großer Trendwenden, manchmal auch für spektakulär negative wie beispielsweise 1986.

Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Chartgespräch - „An der Börse herrscht dramatische Euphorie“

8 Kommentare zu "Chartgespräch: „An der Börse herrscht dramatische Euphorie“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Situation in der USA war noch nie so schlecht wie jetzt. Die Pleite erreichen jeden Monat den nächsten Rekord, die Arbeitslosigkeit dürfte auch weiterhin jeden Monat zunehmen und wird jetzt bei über 22% liegen, in der offizielen Arbeitslosenrate sind die Langzeitsarbeitslosen nicht enthalten. Wenn der Fed weiter Geld druckt, wird das den Aktienkurs nach oben treiben, bis es plötzlich steil nach unten geht. Also beide Seiten haben recht.

  • Ja,Ja Herr Deppermann,viel scheinen Sie ja nicht zu verstehen!Richtig ist das wir eine leichte Überwertung haben.Aber diese ist längst nicht so hoch wie im Juli 98 oder wie im März 2000,oder auch noch im Sommer 2007.Damals hatten wir mehrjährige boomphasen hinter uns.Jetzt kommen wir aus einem tiefen Tal mit noch niedrigen Zinsen.ich will damit sagen die nächsten 10 Jahre werden bestimmt besser als die vergangenen 10.

  • Diese Goldgräberstimmung kenne ich sehr genau von Juli/August 2007.
    Die US- immobilienkrise im Nacken.
    Der Dax bei 8150. Zum Jahresende hoffte man auf die 10.000.
    Pustekuchen
    Nun haben wir die zweite US- immobilienkrise im Nacken
    Leute kauft, was das Zeug hält!

  • Nur eine Meinung (unter beliebig vielen). Nicht wichtiger als jede andere auch. Allein die Anleger werden entscheiden - nicht Herr Deppermann.

  • Tja, Hr. Deppermann, was tun. Nachdem, was Sie hier schreiben, sind Sie ja derzeit nicht in Aktien investiert, und warten auf kräftige Rücksetzer, so wie viele Andere ihrer Gilde. Wo Sie hier die große Euphorie im Markt sehen, ist mir ein Rätsel, zumal die maßgeblichen indizes seit beginn des Jahres seitwärts laufen.

    Derzeit befinden wir uns am oberen Rand dieser Seitwärtsrange. Entscheidend ist einzig, wass die Anleger in Amiland weiter machen. Denn wenn DOW und NASDAQ nach oben ausbrechen, dann werden DAX und Co. brav hinterherlaufen und die Nicht-investierten (so wie auch Hr. Deppermann) werden sich in den Allerwertesten beißen, weil sie den Zug verpasst haben.

  • ich habe mir gerade eine Tasse Kaffee aufgebrüht und
    wie jeden Abend im Kaffeesatz gelesen. Was ich dort sah, das gefiel mir nicht und verunsicherte mich in höchstem Maße bezüglich meiner investitionsentscheidung.
    Also mußte die nächste Tasse her. Und diesmal
    war alles so wie ich es auch im Horoskop gesehen hatte. Morgen wird kräftig investiert.

  • Es ist immer das gleiche mit dem sogenannten Markus. Den kleinen Anlegern suggeriert er, dass sie von den sogenannten börsenprofis in die falsche Richtung manipuliert werden und die fundamentalen und charttechnischen Daten eindeutig für Aktien sprechen. Das lassen sich kleinen Anleger natürlich nicht zweimal sagen und greifen jetzt erst recht beherzt zu. Für Markus läuft das wie geschmiert, um am Tag X zusammen mit den sogenannten börsenprofis Kasse zu machen und es richtig krachen zu lassen. So What?

  • Es ist immer das gleiche mit den sogenannten börsenprofis. Die kleinen Anleger werden mit solchen Artikeln extrem verunsichert und nahegelegt, ihre investitionen (Aktien, Fonds, etc.) aufzugeben (verkaufen). Sobald die dann aus dem Markt sind werden die Kurse nach oben explodieren und die Grossen verdienen sich eine goldene Nase.... Die fundamentalen und auch charttechnischen Daten sprechen eindeutig für Aktien. Alles andere ist nur Verunsicherung....

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%