Chartgespräch
Dax-Anleger müssen sich auf Kurssprünge einstellen

Die Rally an den Aktienmärkten ist vorbei. Stark schwankende Kurse ohne eine Entscheidung für eine klare Richtung werden die nächsten Monate dominieren, sagt ein Charttechniker.
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DüsseldorfAktionäre haben es schwer. In den vergangenen Tagen besonders. Nach dem besten Jahresstart seit Jahrzehnten setzte der Dax in der vergangenen Woche zur lang erwarteten Korrektur an. Dreieinhalb Prozent verlor Deutschlands wichtigstes Börsenbarometer am Dienstag. Die 30 Unternehmen waren binnen weniger Stunden 25 Milliarden Euro weniger wert. Der Tenor vieler Anleger lautete nach diesem düsteren Tag: Jetzt hat die Korrektur begonnen.

Diese hatten auch viele Charttechniker seit langem erwartet. Denn sie hatten oft darauf hingewiesen, dass es während der Rally vielen großen Börsenindizes nicht mehr gelungen ist, ihre alten Hochs zu überwinden. Der Dax scheiterte mehrfach knapp an der 7000er-Marke. Solch eine Gipfel- oder auch Top-Bildung ist ein untrügliches Zeichen von Schwäche – eben weil hohe Verkaufsbereitschaft den weiteren Aufschwung deckelt.

Doch die prophezeite Korrektur wollte nach dem düsteren Dienstag nicht starten. Im Gegenteil: Der Dax notiert dank kräftiger Erholung schon wieder nahe seinem Hoch aus diesem Jahr. „Zu viele erwarteten gleichzeitig die Korrektur und verkauften Aktien. Doch diese erholten sich schnell, weil jeder, der verkaufen wollte, dies sehr schnell getan hat“, erklärt Klaus Deppermann von der BHF-Bank die rasante Umkehr nach oben.

Damit bestätigte der Dax einmal mehr seine außerordentliche Trendstärke, die ihn schon lange auszeichnet. Eine Trendstärke, die der Experte für fast alle großen Börsenindizes – große Ausnahme ist der Euro Stoxx 50 – ermittelt. Die Indizien dafür: stetige Gewinne, kaum Rückschläge, rasche Erholungen nach seltenen Rückschlägen und vor allem eine gesunde Marktbreite. Das heißt, vielen Gewinneraktien stehen nur wenige Verlierer gegenüber.

Das klingt in einer Hausse banal, ist es aber keineswegs. In der beispiellosen Hausse 1999/2000 war es sogar umgekehrt: Wenige Gewinner, dafür aber Aktien mit hoher Marktkapitalisierung wie Deutsche Telekom, Mannesmann und SAP trieben damals den Dax nach oben. Fast unbemerkt verlor aber die Mehrzahl der Aktien an Wert. Solch einer schlechten Marktbreite folgt gewöhnlich – und folgte auch damals – eine nachhaltige Trendwende nach unten.

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Erneuter Angriff auf 7000 Punkte

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  • Zu einer positiven Vorausschau braucht man keine "Experten" die keinesfalls mit Fachwissen glänzen und sowieso nur aus der Kristall-Glaskugel lesen. Prognose: Der Dax wird in den nächsten Tagen die 7000er Marke locker überspringen und es wird weitergehen.
    Später könnte ein leichter Rückgang zu beobachten sein, allerdings nicht vor Mitte des Jahres.

  • Kostolany, Bernecker usw. ... das sind Relikte aus einer anderen Zeit. "Buy and Hold" und "ewiger Optimismus" haben den meisten Anlegern viel Geld gekostet --- der DAX hat sich seit 10 Jahren nicht bewegt.

  • AUch so ein Blödsinn, diese Leerprodukte. Eigentlich sollten es LEHRPRODUKTE sein: wer nicht den ganzen Tag vor dem Schirm kleben will, kauft: BASF, NESTLE, APPLE.
    Aber, das scheint "abgelutscht" zu sein. Dumme Mass..e..

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