Chartgespräch
Dax entgeht dem Absturz - und startet durch

Für den Dax sah es übel aus. Doch er hat gerade noch die Kurve gekriegt. Nun sei sogar eine kleine Rally drin, sagt ein Charttechniker. Er prophezeit den Anstieg über 7.000 Punkte.
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DüsseldorfEs war ganz schön knapp: Dem Deutschen Aktienindex (Dax) drohte der Absturz, doch er hat sich gefangen. Jetzt sind die Aussichten nach Meinung von Dirk Oppermann wieder besser. "Der Dax kann schon bald in Richtung 6.900 Punkte steigen", sagt der Experte für Charttechnik der DZ Bank. "Sogar das Hoch aus dem März bei 7.200 Punkten rückt wieder in greifbare Nähe."

Danach hatte es in der vergangenen Woche zunächst überhaupt nicht ausgesehen. Der Index sackte kräftig ab, fast bis auf 6.300 Punkte. Es sah nach einem kleinen Ausverkauf aus. Für kurze Zeit fiel der Dax sogar unter die 200-Tage-Linie. "Das war ein ganz kritischer Moment", meint Oppermann.

Die 200-Tage-Linie ist einer der meist beachteten Indikatoren in der Charttechnik - sie zeigt den gleitenden Durchschnitt der vergangenen 200 Handelstage an. Fällt der Dax unter diese Linie, dann ist das für Charttechniker ein Warnsignal: Es drohen weitere Verluste. Nur weil der Index die entscheidende Marke schnell wieder zurückerobern konnte, kam es nicht zu einem noch heftigeren Absturz. Das sagen jedenfalls die Charttechniker.

Tatsächlich dürfte auch Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), nicht ganz unschuldig daran gewesen sein, dass es für die Aktienmärkte wieder aufwärts ging. Er verkündete am Donnerstagmittag, die EZB werde alles tun, um den Euro zu retten. Und wenn der Präsident der EZB so etwas sagt, dann heißt das übersetzt: Die Notenbank wird im Notfall noch mehr Geld bereitstellen - entweder wird sie die Zinsen senken, den Banken billiges Geld leihen oder Papiere aufkaufen, die sonst kaum einer haben will. Das wiederum freut die Investoren. Sie trauen sich in Aktien zu investieren.

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  • Nowothny,Draghi,Merkel,Hollande haben die Kurse in der letzten Woche beeinflußt.
    Bin jetzt über 25 Jahre an der Börse dabei,wenn ich eins gelernt habe,dann das dem Satz: "Politische Börsen haben kurze Beine." - nichts hinzuzufügen ist.

  • Es ist tatsächlich lächerlich, dass hier die Charttechnik aussagekräftig sein soll. Allein die Aussagen Draghis haben zu diesem "Run" geführt - so wie schon seit Monaten die Politik mit ihren ständig wechselnden Aussagen und Verhaltensweisen das Auf und Ab der Märkte bestimmt. Mit Charttechnik hat das ganz und gar nichts zu tun. Herr Draghi wusste sicherlich, welche Auswirkungen seine Aussagen haben würden. Vielleicht hat er sich ja zuvor mit ausreichend Calloptionen eingedeckt. Es ist nur auch traurig, dass das Handelsblatt einen solch' fachlich unqualifizierten Artikel bringt. Zumal es oben rechts gleichzeitig auf den Punkt gebracht ist: "Anleger setzen auf EZB" - und eben nicht auf die Charttechnik.

  • Der Bericht lag wohl schon etwas länger in der Schublade? Kann man beim Handelsblatt ja die Uhr nach stellen, wann so was immer veröffentlicht wird.

    Später folgen noch Berichte mit welchen Aktien man durch die Krise kommt und welche Aktien 2012 die Anleger reich gemacht haben ;-)

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