Chartgespräch
"Dem Euro gelingt ein fulminantes Comeback"

Nach einer Schwächephase ging es für den Euro jüngst wieder aufwärts. Das soll auch so bleiben: Im Chartgespräch prognostiziert Christian Reicherter von der DZ-Bank einen weiteren Anstieg der Gemeinschaftswährung.

DÜSSELDORF. Technische Analysten haben es leicht. Eigentlich. Die Zunft schreibt einfach den aktuellen Trend an den Märkten in die Zukunft fort. Steigen die Aktien, dann prognostizieren sie weiter steigende Kurse. Diese Taktik hat viel für sich, weil Trends oftmals sehr langlebig sind, wie der rasant steigende Dax seit Anfang 2009 beweist.

Doch bisweilen versagt die Taktik gründlich. Dann ist rasches Umdenken erforderlich. Das belegen derzeit die Devisenmärkte eindrucksvoll. Sah bis vor zwei Wochen aus charttechnischem Blickwinkel noch alles nach einer Schwächephase des Euros aus, so gerät nun der Dollar massiv unter Druck. Wechselt die Zunft der technischen Analysten ihre Meinung fast so schnell wie ihr Hemd? Bisweilen ja, aber nur, um größere Verluste zu verhindern.

Seit November pendelte der Euro zwischen 1,30 und 1,345 Dollar. Die Ansage der Experten lautete in dieser Zeit stets: Fällt der Euro unter 1,30 Dollar, dann verliert die Gemeinschaftswährung weiter an Wert, weil Anleger auf den fallenden Kurs aufspringen und sich gegen den Euro positionieren werden. Umgekehrt verhieß ein Anstieg über 1,345 Dollar weitere Kursgewinne, weil Anleger gerne dem einmal eingeschlagenen Trend folgen.

Abrupt die Meinung geändert.

Tatsächlich tendierte der Euro in eine Richtung: er fiel rasch in Richtung 1,28 Dollar, sobald die Marke von 1,30 Dollar gerissen war. Doch genauso schnell wie der Euro-Kurs gesunken war, drehte er wieder nach oben und überwand in wenigen Tagen sogar die bisherige obere Begrenzung bei 1,345 Dollar. Also ein fulminantes Comeback der europäischen Währung.

"Das Chartbild signalisiert jetzt einen weiter steigenden Euro", sagt Devisen- und Geldmarktspezialist Christian Reicherter von der DZ-Bank. Der Experte macht auch überhaupt keinen Hehl daraus, bis vor kurzem noch schwächere Kurse prognostiziert zu haben, eben weil der Euro die wichtige Marke von 1,30 Dollar unterschritten hatte.

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