Chartgespräch
„Der Dax ist in enger Spanne gefangen“

Zwischen Schuldenkrise und Rekorderträgen reagiert der Dax derzeit äußerst empfindlich. Der Dax wird richtungslos auf- und abpendeln, meint der freie Analyst Gregor Bauer.
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DüsseldorfZwei schwache Börsentage mit Sorgen über die amerikanische Konjunktur und eine Staatspleite in Griechenland reichen Anlegern derzeit für ein Horrorszenario: Sie fürchten den Absturz der Börsen, ähnlich wie in der Wirtschaftskrise 2008. Damals verlor der Dax in gut einem Jahr die Hälfte an Wert.

Auf der anderen Seite reichen derzeit aber auch nur zwei starke Börsentage aus, damit Anleger angesichts sprudelnder Firmengewinne und exzellenter Aussichten für die exportgetriebene Industrie von Allzeithochs träumen. Das wären im Dax über 8100 Punkte oder ein Plus von zwölf Prozent.

Für welche Richtung entscheidet sich der Dax? „Für gar keine“, sagt Gregor Bauer, Vorsitzender der Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands (VTAD) und Chef der von ihm gegründeten Bauer-Consult. Er setzt auf den vermeintlich langweiligen Mittelweg: Die Kurse werden in den nächsten Wochen in einer engen Spanne auf- und abpendeln, ohne einen Trend herauszubilden. Nur vermeintlich langweilig ist dieses Szenario deshalb, weil Anleger während dieser Pendelei genügend Zeit bekommen, sich schon jetzt für die Zeit zu wappnen, wenn der Dax nach oben oder unten ausbrechen wird, also dauerhaft in eine Richtung tendiert.

Auffällig ist, dass die Börsen auf die vielen negativen Nachrichten rund um die Konjunktur und die Schuldenkrise zwar mit Ausschlägen nach unten reagieren, bislang allerdings keineswegs nachhaltig. Das heißt, die Börsen verlieren nur wenig an Terrain.

Genauso verhält es sich allerdings auch bei guten Konjunktur- und Firmenmeldungen. Die Kurse machen zwar einen Satz nach oben – doch kräftig und wirklich nachhaltig hinzugewinnen können die Aktien nicht. Daraus folgt, dass der Dax seit Wochen in einer recht engen Spanne gefangen ist. Nach oben begrenzen die Hochs bei 7500 Punkten. Bereits ab 7350 Punkten beginnt für den VTAD-Chef die Widerstandszone, weil es dem Dax nie gelungen ist, die Zone zwischen 7350 und 7500 Punkten zu halten, geschweige denn sie zu überwinden.

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