Chartgespräch: "Der Dax steigt bis Jahresende auf 7 000 Punkte"

Chartgespräch
"Der Dax steigt bis Jahresende auf 7 000 Punkte"

Seit Monaten befindet sich der Dax in einer Seitwärtsphase. Gelingt es ihm auszubrechen, kann es sehr schnell aufwärts gehen. In diesem Fall hätte der Aktienindex bis zum Jahresende noch Potenzial bis auf 7 000 Punkte, so Savas Demirtas, technischer Analyst der SEB.
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DÜSSELDORF. Mit einem Kraftakt hat sich der Deutsche Aktienindex in der vergangenen Woche wieder über die Marke von 6 000 Punkten gehievt. Grund für Euphorie ist das zunächst einmal nicht. Im laufenden Jahr ist es bereits das siebte Mal, dass der Dax dieses Niveau überspringt. Viel weiter ging es für den Index allerdings bei keiner dieser Bewegungen. Im Bereich von 6 300 Punkten ist der Index stets abgeprallt. Auf der anderen Seite hat sich das Niveau um 5 750 Punkte als gute Unterstützung für den Dax erwiesen. Zwischen diesen beiden Marken pendelt er nun schon seit Monaten.

"Der Dax befindet sich im Niemandsland. Im Grunde genommen gibt es zurzeit überhaupt keinen Trend. Der Aufwärtstrend aus dem vergangenen Jahr wurde bereits im Januar aufgelöst und sämtliche kurzfristigen Bewegungen der vergangenen Monate haben sich als nicht nachhaltig erwiesen", beschreibt Savas Demirtas, technischer Analyst bei SEB Portfolio Management.

Nach dem starken Anstieg der vergangenen Woche hat sich das Bild Demirtas zufolge jedoch aufgehellt. Er geht davon aus, dass der Dax nicht nur die Marke von 6 300 Punkten ein weiteres Mal in Angriff nehmen wird, sondern in naher Zukunft die monatelange Seitwärtsphase beenden wird: "Der Ausbruch sollte noch in diesem Jahr gelingen", sagt der SEB-Analyst.

Optimistisch stimmt ihn eine Reihe von Faktoren: "Mehrere statistische Indikatoren sind zuletzt in den positiven Bereich gedreht, was für eine zunehmende Aufwärtsdynamik spricht. Außerdem ist der Dax wieder über die 200-Tage-Linie gestiegen und liegt auch oberhalb des gewichteten 52-Wochen-Durchschnitts", erklärt Demirtas. Noch ist der Abstand zu den beiden Durchschnittslinien gering. Sollte sich der Dax aber weiter von diesen absetzen, liegen auf dem Weg zur oberen Begrenzung der Seitwärtszone nur wenig Hürden. Nachdem der kleine Widerstand bei 6 109 Punkten am Freitag überwunden wurde, sei der Weg frei.

Kaum Widerstände auf dem Weg nach oben

Gelingt dem Dax tatsächlich der Ausbruch aus der Seitwärtszone, würde sich das technische Bild schlagartig massiv aufhellen. In diesem Fall sollte der Dax Demirtas zufolge bis zum Jahresende die Marke von 7 000 Punkten in Angriff nehmen. "Bei 7 040 Punkten liegt erst der nächste massive Widerstand, der bereits aus dem Jahr 2007 stammt. An dieser Stelle sollte dann neu disponiert werden. Auf dem Weg dorthin besteht aus technischer Sicht aber wenig Gegenwind."

So lange das Tauziehen zwischen Bullen und Bären an der Börse anhält, darf allerdings auch ein erneuter Rückschlag nicht ausgeschlossen werden. So lange sich dieser im Rahmen der Handelsspanne der vergangenen Monate bewegt, wäre ein solcher unkritisch. Eine Eintrübung des technischen Bildes gäbe es erst, wenn das Niveau um 5 750 Punkte signifikant unterschritten werden sollte. "In diesem Fall rückt das Jahrestief bei 5 433 Punkten, wenn nicht sogar die Unterstützung bei 5 351 Punkten, ins Visier", sagt Demirtas. "Anzeichen für einen derartigen Absturz lassen sich aus dem aktuellen Kursmuster aber nicht ablesen", fügt er zur Beruhigung hinzu.

Ralf Drescher
Ralf Drescher
Handelsblatt.com / Teamleiter Finanzen (bis 29.2.2012)

Kommentare zu " Chartgespräch: "Der Dax steigt bis Jahresende auf 7 000 Punkte""

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  • ich weiss gar nicht warum ich diesen Quatsch immer noch lese. Die Zukunft kennt eh keiner, da kann man auch gleich den Priester seines Vertrauens fragen. Alternativ auch den bäcker.....

  • Ein berühmter Spekulant antwortete auf die Frage,
    wieso er an der börse so reich geworden sei: ich habe die letzten 10 Prozent immer den anderen gelassen.
    Wenn der DAX noch auf 7000 steigen würde, wird
    dieser Mann wohl bei 6300 das Schiff verlassen. Ahoi!

  • Wie immer : Analystengeschwafel ist der größte blödsinn seit Erfindung der buchdruckerkunst....

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