Chartgespräch
„Der Euro baut Explosionspotenzial auf“

Der Euro staut Explosionspotenzial an und steht kurz vor seinem Ausbruch, prognostiziert Frederik Altmann, Regionalmanager Vereinigung technischer Analysten. Der Euro steigt weiter, wenn er die Hürde von 1,50 Dollar nimmt; unter 1,47 Dollar fällt er, so das Chargespräch. Ein nichtssagendes Totschlagargument - auf den ersten Blick.
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DÜSSELDORF.Die Kurse steigen, wenn der Widerstand bricht. Die Kurse fallen, wenn die Unterstützung reißt. Solche Aussagen zählen bei den Kritikern der technischen Analyse zu den Totschlagargumenten. Der Vorwurf: Die Zunft drücke sich vor klaren Aussagen und ließe sich alle Türen offen.

Tatsächlich, das Fazit des Charttechnikers Frederik Altmann für den Euro-Dollar-Kurs lautet wie oben beschrieben: Der Euro steigt weiter, wenn er die Hürde von 1,50 Dollar nimmt. Er fällt, wenn er die Unterstützung von 1,47 Dollar reißt. Doch Altmann ist sich sicher, mit solchen Ratschlägen Anlegern durchaus wertvolle Entscheidungshilfe zu liefern.

Seit Oktober verharrt der Euro in einer engen Handelsspanne zwischen 1,47 und 1,50 Dollar. Die Ausschläge nach oben und unten werden immer geringer. Bullen und Bären stehen sich demnach kräftemäßig in gleicher Stärke gegenüber.

"Da staut sich gerade Explosionspotenzial an", prophezeit der Frankfurter Regionalmanager für die Vereinigung technischer Analysten in Deutschland (VTAD) einen kräftigen Ausbruch: nach oben - oder nach unten. Womit das Totschlagargument ins Schwarze trifft. Aber nur auf den ersten Blick.

Blick zurück hilft bei Prognose

Um die Wahrscheinlichkeit des Ausbruchs nach oben oder unten auszuloten, hilft ein Blick zurück. Auf längere Sicht befindet sich der Euro in einem klaren Aufwärtstrend. Dieser startete Anfang des Jahres bei knapp 1,30 Dollar. Da Trends die Angewohnheit haben, sich sehr viel eher fortzusetzen als zu brechen, gilt: Ein Ausbruch nach oben mit Kursen von mehr als 1,50 Dollar ist das wahrscheinlichste Szenario.

"Schafft der Euro den Ausbruch, ergibt sich sofort Potenzial in Richtung des alten Hochs", sagt Altmann. Dies liegt bei knapp 1,60 Dollar. 2008 bewegte sich der Euro in solch hohen Sphären. Als er dann aber mehrfach an der Marke abprallte, stürzte er rasant, um nun einen neuen Angriff auf das alte Hoch zu starten.

Und wenn der Euro die schwierige Marke von 1,50 Dollar wider Erwarten nicht überwindet? In diesem Fall taxiert Altmann das Abwärtspotenzial auf 1,42 oder gar 1,40 Dollar. Hier gibt es Unterstützungen aus der Aufwärtsbewegung im Frühsommer.

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