Chartgespräch
„Die Aktienkurse steigen weiter“

Die Börsen erzielen neue Rekordstände, aber die Rally ist noch nicht vorbei. Das sagt jedenfalls Jeff Hochman, Leiter der Charttechnik bei der Fondsgesellschaft Fidelity. Wo es noch Chancen gibt und warum die Märkte noch volatil bleiben werden.
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DÜSSELDORF. Anleger schwanken zwischen Euphorie und Tristesse. Tage wie der vergangene Montag schüren Sorgen, dass die Schuldenkrise die Hausse sogleich in eine schwere Baisse münden lässt. Erholungen wie Mitte der letzten Woche nähren Hoffnung, dass sich die Sichtweise der Optimisten durchsetzt. Sie glauben, dass Aktien gemessen an den Unternehmensgewinnen unterbewertet sind und von der boomenden Konjunktur erst noch profitieren werden.

Jeff Hochman von der US-Fondsgesellschaft Fidelity neigt zur zweiten Variante - allerdings mit ein paar Abstrichen. "Die Börsen werden weiter zulegen, aber nur noch unter großen Schwankungen", meint der Experte. Er lässt in seine charttechnischen Betrachtungen stets globale Fundamentalbetrachtungen einfließen und orientiert sich am liebsten am amerikanischen S&P 500, dem weltweit wichtigsten Börsenindex. Alle europäischen Indizes, auch der Dax, hängen am S&P.

Die vergangenen Tage geben einen Vorgeschmack auf Hochmans Szenario. Immer wieder fielen die Kurse, weil Anleger sich um das Wachstum der US-Wirtschaft, die verschuldeten Euro-Staaten und über eine schwächere Wirtschaft in China sorgten. Aber jedesmal erholten sich die Börsen schnell, sobald die Sorgen ein wenig verflogen und Hiobsbotschaften ausblieben.

Die Gründe dafür sind vielschichtig. Erstens decken sich Spekulanten, die auf fallende Kurse setzen und daran Geld verdienen, sofort mit Aktien ein, sobald diese wunschgemäß tatsächlich gefallen sind. Zweitens sucht noch sehr viel Kapital geeignete Anlagemöglichkeiten, nachdem sich Immobilien und Staatsanleihen aus Sicht vieler Investoren nicht mehr als konservatives Investment eignen. Schließlich kommt noch hinzu, dass die Wirtschaft in weiten Teilen der Welt gut läuft und sich in der größten Volkswirtschaft, den USA erholt.

Kursrückgänge, wie Anleger sie derzeit weltweit erleben, seien angesichts des vorangegangenen fulminanten Anstiegs absolut normal. Seit Frühjahr 2009 ist der S&P um 80 Prozent gestiegen - der Dax um 88 Prozent. Nach so einer beeindruckenden Rally empfindet der Charttechniker Kursrückgänge von ein paar Prozent nur als "Luftholen".

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