Chartgespräch Die Gefahren für den Dax sind noch immer groß

Starke Kursschwanklungen und politische Risiken: Der Dax durchläuft einen Bärenmarkt, sagt Jörg Scherer, Analyst bei HSBC Trinkaus. Anleger sollten weniger die Chancen, als die Gefahren im Blick behalten.
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Dax-Kurve: Fällt die Marke bei 5100 Punkten, dann drohen weit tiefere Kurse. Quelle: dpa

Dax-Kurve: Fällt die Marke bei 5100 Punkten, dann drohen weit tiefere Kurse.

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DüsseldorfDie Finanzmärkte sind großen politischen Risiken ausgesetzt. Sogar so großen, dass die Börsen derzeit so schwer kalkulierbar sind wie nie. Dennoch stellen sich Analysten dem täglichen Auf und Ab - es ist schließlich ihr Job. Und die Briefe, E-Mails und telefonischen Anfragen belegen, dass Anleger in schwer prognostizierbaren Zeiten wie jetzt ein höheres Interesse an Prognosen haben als in ruhigen Zeiten.

Mit Blick auf den Dax macht HSBC-Trinkaus-Analyst Jörg Scherer den Anlegern wenig Hoffnung auf eine Jahresschlussrally. „Wir befinden uns unverändert in einem Bärenmarkt.“ Das bedeutet: Auch wenn die Kurse an einen Tag fallen und am nächsten Tag wieder steigen - die Grundrichtung weist nach unten.

Den Beweis dafür hat Deutschlands wichtigstes Börsenbarometer in der vergangenen Woche geliefert: Mit dem Heranlaufen an die 6000-Punkte-Marke schien es nur eine Frage der Zeit, dass sich der Dax aus seinem im Juli herausgebildeten steilen Abwärtstrend herausarbeitet. Doch das Gegenteil trat ein: Sobald die Linie erreicht war, kippte die Börse. Der Dax verlor Hunderte Punkte. Genau wie bei den vorherigen Anläufen. „Anleger sollten deshalb eher die Risikoszenarien im Auge behalten - und weniger die großen Chancen.“
Das große, aber wenig wahrscheinliche Chancenszenario ist schnell erklärt. Sobald es dem Dax gelingt, aus seinem Abwärtstrend herauszubrechen, winken höhere Kurse. Denn einmal aus solch einem Abwärtstrend befreit, springen viele Anleger auf den neuen Trend auf - nur der erste ganz Mutige möchte niemand sein. Deshalb ist solch ein Sprung über einen stabilen Abwärtstrend so schwierig.

Der große Börsenverfall ist noch weit weg
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5 Kommentare zu "Chartgespräch: Die Gefahren für den Dax sind noch immer groß"

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  • Die "Analysten" können es nicht lassen. Sämtliche aufkeimende, positive Anzeichen werden sofort wieder in Frage gestellt. Selbst wenn der Dax die 7000er Marke durchbricht wird sich einer finden der, wenn auch nur aus reiner Willkür, schon wieder dunkle Wolken am Horizont aufkommen sieht. So kann eine Wirtschaftkrise mit Sicherheit nicht bekämpft werden, im Gegenteil notorischer Pessimismus wird die Aufwärtsentwicklung weiter bremsen.

  • Mit Ihrer Kaufvermutung verweisen Sie auf ein chronisches Defit der Finanzmarkt-Veröffentlichungen: die Intransparenz der Kapitalflüsse. So wurde jüngst mehrfach über Verkäufe von Soros und Buffet berichtet. Weit interessanter ist aber, wohin die Verkaufserlöse geflossen sind. Solange Eigenhandel und Kapitalflüsse nicht transparent sind (ohne aufwändige Recherchen) nehmen Kleinanleger am Roulette teil und verlieren meist auch dann, wenn attraktive Performancediagramme eine "heile Welt" für alle Anleger suggerieren.

  • Passt ganz gut:
    Schuld.
    Eine Dokumentation, die in das Innenleben einer hochtalentierten Fondsmanagerin des größten ETF auf Nahrungsmittel und in das Fleisch unserer Zivilisation blickt – zersetzt vom Bewusstsein darüber, was getan und was vergessen wird. Margarete Wegener steht vor den Trümmern ihrer Existenz. Entlassung in einer Welt, die Spekulationen auf Nahrungsmittelpreise nicht länger duldet.

    http://fresh-seed.de/2011/schuld/

  • Wenn ich mir den EUR/USD-Verlauf ansehe, sieht es zumindest nicht so aus, dass die Anleger Vertrauen in den EUR gewonnen haben. Ich vermute eher, dass die Anleger Goldderivate verkaufen und physisch Gold kaufen, insbesondere nach dem Diebstahl bei MF Global.

  • Man kann diese Interpretation wählen. Andererseits kann aber auch die Schlußfolgerung gezogen werden, der Run auf Sachwerte (Aktien, Rohstoffe, Gold) sei nach Brüssel beendet und neuem Vertrauen gewichen.

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