Chartgespräch
„Die Hausse ist nur unterbrochen“

Der kräftige Rücksetzer beim Dax sollte Anleger nicht zu sehr schrecken. Denn Konsolidierungen wie diese seien Teil einer jeden Hausse, sagt Achim Matzke, Charttechniker bei der Commerzbank. Was Anleger wissen sollten.
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DüsseldorfDem besten Jahresauftakt in der Dax-Geschichte folgten zuletzt ruppigere Zeiten: Die Kurse sanken so stark wie noch nie in diesem Jahr. Der Dax verlor seit seinem Hoch im März bei 7 158 Punkten sechs Prozent. Endet damit die Aufwärtsbewegung? „Keineswegs“, urteilt Achim Matzke von der Commerzbank.

„Konsolidierungen, wie wir sie jetzt erleben, sind Teil einer jeden Hausse“ — und sehr viel mehr eine Chance als ein Risiko, wie der erfahrene Charttechniker erläutert.

Allen Skeptikern, die nach dem fulminanten Jahresauftakt den Dax in einer neuen Talfahrt sehen, empfiehlt er eine Portion Gelassenheit und vor allem Geduld – und zunächst einen Blick auf den weltweit wichtigsten Index, den amerikanischen S&P 500. Er ist der Leitindex für fast alle Börsen, auch für den Dax. „Gemessen an seinem Hoch hat der S&P gerade mal knapp fünf Prozent verloren. Das ist eine ganz milde Konsolidierung.“

Eine Konsolidierung innerhalb der intakten Aufwärtsbewegung, wie der Experte hervorhebt. Diese begann an der Wall Street 2009. Nach der starken Rally zu Jahresanfang 2012 sei der Markt nun zweifellos überkauft; und der S&P hat seinen Hausse-Trend zur Seite hin verlassen.

Das heißt: Die starken Kursgewinne laden viele Anleger zu Gewinnmitnahmen ein. Zugleich müssen sich neue Käufer an das höhere Kursniveau gewöhnen – sie warten also ab. Beide Faktoren drücken derzeit die Kurse.

Ähnlich ist das Bild im Dax: Hier begann die von Charttechnik-Experte Matzke als „Bilderbuch-Hausse“ bezeichnete Aufwärtsbewegung im September vergangenen Jahres. Ausgangspunkt waren 4965 Punkte. Die Hausse bescherte dem wichtigsten deutschen Börsenbarometer einen Zugewinn von 45 Prozent in nur sechs Monaten, ehe es zuletzt abwärts ging.

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  • Das wüsste ich auch gerne. Sicherlich widerspricht Ihr Kommentar dem Autor des Artikels. Vielleicht hätten Sie sich nicht "Old Player" nennen dürfen. Old = konservativ = rechter Rand. ^^

  • ich würde gern mal wissen, warum mein Kommentar:

    "Charttechnisch ist eine SKS-Formation zu erkennen.
    Die heutige Frage ist, gibt es heute eine Gegenreaktion, wie bei politischen Kursen es in der Regel der Fall ist? Wird der Dax wieder über 6600 gehoben?
    Wenn nicht, ist ein abrutschen auf 6150 wahrscheinlich. Und dann wird es spannend.^^

    Ich hoffe, dass heute die positiven Nachrichten, denen der Negativen überwiegen. "


    gelöscht wurde.

  • Bei Kunden, die auf Sicherheit setzen und ihr Geld vergolden in physischer Form, da verdient die Bank nur einmal beim Verkauf. Deshalb also lieber Positivismus predigen um zu verdienen. Aber: Kunden haben (wenigstens Manche!) gelernt, und trauen den Anlageempfehlungen ihrer Bank nicht mehr, und fahren meist besser, das Gegenteil dessen zu tun, was geraten wird!!
    Die Wirtschaft wird den Rückwärtsgang einlegen und die Schulden werden weiter anwachsen. EZB und FED werden neues Geld drucken und eventuell die Zinsen weiter senken. QE3 kommt sicherlich bald in den USA, was die Märkte nur kurzfristig mit dem billigen Spielgeld beleben wird.
    Lieber 1 Kilo Gold im tresor, als 40 Mille in Aktien oder, noch schlimmer, als Eurospielgeld auf dem Tagesgeldkonto!

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