Chartgespräch
„Die Korrektur kommt einfach nicht“

Der Börsenaufschwung wird sich fortsetzen, sagt der freie Charttechniker Stefan Salomon. Viele Marktteilnehmer warteten auf schwächere Kurse - und verhinderten so die größere Korrektur.
  • 11

DüsseldorfEr läuft und läuft und läuft. Gut 1000 Punkte hat der Dax in sieben Wochen gewonnen. In der Euphorie ist fast untergegangen, dass unser Börsenbarometer seit Mitte Februar praktisch nichts mehr hinzugewinnen konnte. Der Dax schwankt nur noch auf und ab.

Zweifellos, das ist ein kleines Zeichen von Schwäche. Aber: „Die Korrektur, die jeder seit Wochen erwartet, kommt einfach nicht - und das ist wiederum ein ganz großes Zeichen von Stärke“, sagt Stefan Salomon. Der freie Charttechniker hält es für angemessen, dass Anleger nach 40 Prozent Zugewinn seit dem vergangenen Herbst geradezu sehnsüchtig einen Kursrückgang erwarten - damit der Dax endlich Luft für neue Hochs holt und neue Chancen zum Einstieg für die Zu-spät-Gekommenen bietet.

Doch dass große Rücksetzer bisher ausblieben, ist für Salomon ein Indiz dafür, dass viele Marktteilnehmer immer noch nicht gekauft haben - obwohl sie es gerne wollen. Sie warten auf schwächere Kurse. Aber indem viele Anleger bereits jeden kleinsten Kursrückgang zum Einstieg oder Zukauf nutzen, verhindern sie eine größere und eigentlich erwünschte Korrektur.

„Immer mehr Bankhäuser werden ihre Dax-Jahresprognosen anheben und damit die Stimmung weiter verbessern“, sagt Salomon. Schon jetzt sind die Prognosen überholt. Zum Jahreswechsel taxierten 36 vom Handelsblatt befragte Banken den Dax in einem Jahr bei durchschnittlich 6573 Punkten. Doch nach dem fulminanten Jahresstart hat die DZ-Bank ihre Prognose für die Jahresmitte von 6250 auf 6500 Punkte erhöht. Die Landesbank Baden-Württemberg rechnet für Ende 2012 mit 7500 Punkten - 1000 mehr als noch vor sechs Wochen. Die Helaba hob ihre Vorhersage von 7000 auf 7500 Zähler an.

Seite 1:

„Die Korrektur kommt einfach nicht“

Seite 2:

Anleger sollten engagiert bleiben

Kommentare zu " Chartgespräch: „Die Korrektur kommt einfach nicht“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wer verbrennt hier was?

  • Welche Krise ?

  • ist doch ganz simpel wie immer:
    die Korrektur kommt dann (wenn eine komme), wenn fast keiner mehr damit rechnet.
    Wie immer halt :)
    Wenn man gegen den Trend wettet, wird man halt meistens gegrillt....

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%