Chartgespräch: „Die Risiken sind viel zu groß“

Chartgespräch
„Die Risiken sind viel zu groß“

Der Dax steigt und steigt, aber die Gefahren sind nicht aus der Welt. Uwe Zimmer von der Vermögensverwaltung Meridio empfiehlt Anlegern trotz der momentanen Situation die Defensive.
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DüsseldorfWer die Börsen mit den Instrumenten eines Charttechnikers betrachtet, bekommt derzeit leuchtende Augen. Der Dax steigt und steigt, in den vergangenen vier Wochen um zehn Prozent - und er wird weiter steigen. Zumindest aus dem Blickwinkel der technischen Analyse.

Das Argument lautet: Jeder zwischenzeitliche Rücksetzer endete zuletzt auf einem höheren Niveau als das vorangegangene. „Das ist der Klassiker für eine gesunde Aufwärtsbewegung“, sagt der Gründer und Chef der Kölner Vermögensverwaltung Meridio, Uwe Zimmer.

Charttechnisch betrachtet überwiegt bei ihm Optimismus. „Der Markt geht offenbar davon aus, dass wir keine Rezession bekommen, dass die Politik das Griechenland-Problem lösen wird, dass sich die anderen Euro-Länder nicht weiter anstecken und dass geopolitisch wie etwa im Iran die Risiken beherrschbar bleiben. Deshalb steigt die Börse so stark.“

Nach dem Sprung über die Marke von 6100 Punkten hat der Dax die Widerstände genommen, an denen das Börsenbarometer zuletzt so oft gescheitert war. Zimmer sieht den Weg frei bis in den Bereich von 6400 Punkten. 2010 war es dem Dax lange Zeit nicht gelungen, diese Hürde zu überwinden - ebenso wenig Ende Oktober des vergangenen Jahres (siehe Chart). Üblicherweise orientieren sich Börsianer an solchen Marken - wodurch diese an Bedeutung gewinnen.

„Überspringt der Dax auch diesen Widerstand, dann ist der Weg eigentlich bis in den Bereich zwischen 6800 und 7000 Punkten frei“, sagt Zimmer. So weit hatte die fulminante Aufwärtsbewegung den Dax 2010 nach oben getrieben, nachdem schließlich die Zone von 6400 Punkten genommen war.

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Schwacher Euro ist schlecht für den Dax

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  • Seit ein paar Jahren schöpfen die Zentralbanken grosse Geldmengen. Die Zentralbankzinsen und die Zinsen sicher wirkender Gläubiger werden systematisch unter der Inflationsrate gehalten. Ziel ist eine Enteignung der Sparer zugunsten sozialistischer Politiker und eine Umverteilung innerhalb der EU zu Lasten Deutschlands.

    Aktien sind eine der wenigen Anlageformen die aufgrund der gezahlten Dividenden eine Verzinsung oberhalb der Inflationsrate versprechen. Aufgrund des Realwerts der den Aktien zugrunde liegenden Firmen lässt sich der Geldentwertung möglicherweise entgehen.

    Finanzwerte mit sehr guter Bonität, Allianz, Münchener Rück, Hannover Rück, HSBC, werden sehr günstig gehandelt. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Politik diese systemrelevanten Unternehmen in die Insolvenz gehen lässt, gering. Es mag realistisch sein, dass Griechenland ein weiteres Mal umschuldet. Allerdings wird die EZB eine Umschuldung in Italien, oder Spanien mit grosser Entschlossenheit (ggf. die Gelddruckmaschinen glühen lassen) verhindern.

    Insofern ist es konsequent, dass die Aktienkurse steigen.

    Vandale

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