Chartgespräch: „Ein Ende der Talfahrt ist noch nicht in Sicht“

Chartgespräch
„Ein Ende der Talfahrt ist noch nicht in Sicht“

Anleger sollten sich weiter in Geduld üben. Denn noch ist die Zeit für steigende Kurse nicht gekommen, so der freie Charttechniker Gregor Bauer. Denn dafür sind die Signale zu negativ - und die Talfahrt zu dominant.
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DüsseldorfDem Trend folgen - so lautet eine Grundregel in der Charttechnik. Spötter folgern daraus gerne: Wenn alle Anleger dieser Maxime folgen, dann fällt der Dax in einem Abwärtstrend irgendwann auf null - eben weil der Trend nach unten weist.

Ganz so schlimm wird es nicht kommen, weil üblicherweise nicht alle dieser Regel folgen. Zu groß ist die Verlockung, bei stark gefallenen Kursen einzusteigen und auf die Trendwende zu spekulieren. Doch auch nachdem der Dax um mehr als 1.000 Punkte gefallen ist, neigt Gregor Bauer, Vorsitzender der Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands (VTAD), zur Grundregel: dem Trend folgen und sich in Geduld üben. Die Zeit für steigende Kurse sei noch nicht gekommen, so seine Meinung.

Zu dominant ist für den Experten der Abwärtstrend, zu negativ die Signale, die auf weiter schwache Börsentage hindeuten. Nach schlechten Arbeitsmarktdaten aus den USA fiel der Dax am Freitag rasant. Heute geht es erneut kräftig abwärts. Das zeigt: Schlechte Nachrichten sind noch nicht in den Kursen ausreichend enthalten. Anleger sind zu optimistisch, was die Entwicklung der Konjunktur angeht.

Ein wesentliches Negativsignal ist der gescheiterte Versuch einer Bodenbildung. Nach dem Tief vom 18. Mai, als der Dax bis auf 6 229 Punkte gefallen war, gelangen dem Index zunächst gute Ansätze für eine Wende. Jedes nachfolgende Tief notierte höher als das vorangegangene. Das war für technische Analysten wie Bauer ein Zeichen von steigender Kaufbereitschaft. Doch während der schwachen Börsentage in der vergangenen Woche zerstörte der Dax dieses hoffnungsvolle Chartmuster: neue Kurstiefs lagen unter den vorangegangenen. Ein Zeichen von neuerlichem Verkaufsdruck. Das bestätigte sich am Freitag, als der Dax im Verlauf auf 6008 Punkte fiel.

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Keine nachhaltigen Signale

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  • Ja, dann tu mal "Hirn-einschalten" und nicht nur auf Spartaste! Das ist doch alles hyperkrank, jeden Tag über Aktienkurse und -käufe sowie deren Gründe zu spekulieren. Eine Aktie ist eine Langfristanlage, aktuell bzw. seit vielen Jahren ist sie zur politischen Anlage verkommen.
    Was bringen kurze 250 Punkte durch EZB-Rhetorik aufwärts, wenn es danach weil substanzlos wieder kracht, weil in den USA irgendein Marktforschungsinstitut, das plötzlich aus dem Nichts aufsteigt, horrible Zahlen zur Arbeitsmarktstatistik, von denen man selbstredend glaubte, sie seien besser, in die digitale Börsenwelt setzt? Jede/r, der hier so dumm daher schwätzt mit 250 lächerlichen Huppies, ist selbst Teil dieser Gehirnwäsche, die heißgelaufen und nicht mehr ausschaltbar ist. Gier hat Hirn gefressen, bevor es eingeschalten wurde. Wie diese ganze entrückte, politisch manipulierte Börsenwelt!!!

  • Als shortie würde ich mich nicht all zu sicher fühlen - eine Meldung der EU oder der EZB (Zinssenkung etc...) und wir sind 250 Punkte höher! Wir haben politische und keine charttechnische Börse.

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