Chartgespräch: „Fortsetzung der Hausse steht nichts im Wege“

Chartgespräch
„Fortsetzung der Hausse steht nichts im Wege“

Charttechniker haben eine andere Sicht auf die Welt. Ausgerechnet die jüngsten Rückschläge belegen: Die Börse strebt mit Kraft nach oben. Michael Riesner, UBS Zürich, verrät, warum es bald wieder aufwärts gehen kann.
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DüsseldorfViele Menschen hadern mit der Börse. Zuletzt ganz besonders: Inmitten der Atomkatastrophe in Japan erholten sich die Kurse – genauso schnell, wie sie kurz nach dem Erdbeben abgetaucht waren. Als ob die Marktteilnehmer die Katastrophe einfach ignorieren und dabei nüchtern-kalt zur Tagesordnung übergehen.

Doch das ist nur Schein. Das Chartbild spiegelt alle vergangenen Ereignisse schonungslos wider. Im aktuellen Fall signalisiert der Börsenchart: Japan ist sehr wohl das beherrschende Thema, nur eben nicht so, wie es viele Außenstehende erwartet haben: nämlich dass die Kurse fortgesetzt fallen. Aber derart berechenbar ist die Börse nie. Ansonsten wäre Geldverdienen – in diesem Fall an fallenden Kursen – ein Kinderspiel.

Die rasche Kurserholung in der vergangenen Woche signalisiert die technisch gute Grundverfassung der Börsen. „Jedes Kurstief notiert über dem vorangegangenen“, hebt Michael Riesner von der Schweizer Großbank UBS ein wesentliches Merkmal heraus. Es ist zugleich ein starkes Signal für die stetige und vor zwei Jahren begonnene Aufwärtsbewegung.

So lag das Kurstief unmittelbar nach Bekanntwerden des atomaren Unfalls in Fukushima deutlich über dem Kurstief vom November. Damals hielt die Schuldenkrise die Welt in Atem. Dieses Kurstief wiederum notierte deutlich über den noch älteren Kurstiefs vom Sommer vergangenen Jahres. Das bedeutet: Jedes Mal setzte bei Anlegern in schwierigen Zeiten die Kaufbereitschaft auf einem höheren Kursniveau ein. Mehr Geld strömt also an die Börse – und weniger aus ihr heraus.

„Anleger sollten schwächere Kurstage zum Kauf nutzen“

Riesner setzt darauf, dass dieser Trend anhält und die Börsen weiter nach oben streben. Er orientiert sich am weltweit wichtigsten Index, dem amerikanischen S&P. Er fasst die 500 größten börsennotierten Konzerne in den USA zusammen. „Solange der S&P die Marke von 1.250 Punkten verteidigt, bleibt die Hausse intakt“, sagt der Analyst. Bis auf 1.250 Punkten war der S&P im letzten Kurstief gefallen.

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  • Ja die Charttechniker. Wenn dann doch das dicke Ende kommt werden Sie sagen:
    Es konnte keiner ahnen das Japan eskaliert. Jetzt hat sich eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation gebildet. Jetzt verkaufen. Das was wir gesehen haben war nur eine technische Reaktion.
    Klar wenn die Dummen jetzt gierig werden... wird es noch ein wenig hoch gehen und die großen werden ihre Papiere zu guten Preisen los.
    Kleinanleger bitte in den Käuferstreik oder das Geld aus dem Fenster werfen...

    Ach ja: wußten Sie schon, wie allein die Versicherungen im dunkeln tappen und noch immer keine Ahnung haben was sie erwartet? Es ging die Parole: Atomrisiken sind nicht versichert. Fakt ist aber das Betriebs-Unterbrechungs und Wechslewirkungsschäden versichert sind...

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