Chartgespräch
„Kurssturz bei Rohstoffen ist nur Korrektur“

Die Preise für Edelmetalle sind auf Talfahrt, nachdem sie monatelang in den Himmel schossen. Gibt es bald den Crash an den Rohstoffmärkten? Ein Chartgespräch mit dem Analysten Frederik Altmann.

DüsseldorfMonatelang kannten die Preise von Gold, Palladium und Aluminium zur Freude vieler Anleger keine Grenzen nach oben. Doch seit gut einer Woche rutschen sie sehr viel schneller nach unten, als sie zuvor gestiegen waren. Silber führt die Talfahrt an. Das Edelmetall verlor in gut zwei Wochen ein Drittel an Wert. Erleben Anleger jetzt den zweiten Crash an den Rohstoffmärkten innerhalb von drei Jahren? 2008 war der Ölpreis in nur einem halben Jahr um 70 Prozent abgestürzt.

Um die Talfahrt einordnen zu können und eine Prognose zu wagen, lohnt ein Blick auf den weltweit bekanntesten Sammelindex für Rohstoffe - den CRB-Index. Er umfasst 19 verschiedene Kontrakte (Futures), die an Warenterminbörsen gehandelt werden. Er wurde erstmals 1957 vom Commodity Research Bureau (CRB) in den USA berechnet. Enthalten sind neben Öl, Gold und vielen anderen Metallen auch Agrarrohstoffe wie Weizen und Kaffee bis hin zu Lebendrind, Sojabohnen und Orangensaft.

Ein Blick auf den CRB-Index zeigt, dass die Rohstoffe seit ihrem Hoch Ende April zehn Prozent an Wert verloren haben. Das ist nicht viel vor dem Hintergrund, dass die meisten Rohstoffnotierungen üblicherweise stark schwanken - erst recht, seitdem immer mehr Anleger auf sie aufmerksam wurden. 2008 war der CRB-Index um mehr als die Hälfte eingebrochen.

Auf den zweiten Blick macht der jüngste Preisrückgang sogar Hoffnung - und das gleich mehrfach. Zumindest für alle Anhänger steigender Preise. Erstens, der Index-Verfall stoppte in den vergangenen Tagen exakt auf der Höhe des vorangegangenen Rückschlags im März - nämlich bei gut 335 Punkten. "Damit zeichnet sich ein solider Boden ab", sagt der freischaffende Charttechniker Frederik Altmann.

Diese Prämisse gilt zumindest solange, wie der Index dieses Niveau nicht nachhaltig unterschreitet und deutlich unter 335 Punkte fällt. Rutscht er per Schlusskurs jedoch deutlich unter diese Unterstützung, dann sollten sich Anleger auf neuerliche Rückschläge gefasst machen. Erst recht vor dem Hintergrund, dass sich an den Rohstoffmärkten viele Anhänger der technischen Analyse tummeln.

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