Chartgespräch
„Raus aus Anleihen, rein in Aktien“

Die Renditen von deutschen Staatsanleihen waren lange Zeit im Keller. In nur neun Wochen sprangen sie jetzt von 1,8 auf 2,3 Prozent. Im Chartgespräch erklärt Lutz Mathes vom Chartbüro Dr. Hans-Dieter Schulz, warum die Anleger von Anleihen in Aktien umschichten sollten.
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DÜSSELDORF. Jahrelang gewöhnten wir uns daran, immer weniger Zinsen für Staatsanleihen zu bekommen. Erst war es die Finanz- und Wirtschaftskrise, die immer mehr Investoren nach Sicherheit suchen ließ - und deshalb in Staatsanleihen trieb. Dementsprechend stiegen die Kurse, und die Renditen fielen. Dann war es die dramatische Verschuldung südeuropäischer Länder. Sie lockte Investoren vor allem in deutsche Anleihen. Sie gelten als sicher, weil Europas größte Volkswirtschaft gemessen an seiner Wirtschaftskraft weniger hoch verschuldet ist als die meisten anderen Industrienationen.

Sorgen, dass der kräftige Wirtschaftsaufschwung, kombiniert mit der extremen Niedrigzinspolitik der Notenbanken zu einer Geldschwemme und am Ende in eine Inflation führen wird, was Staatsanleihen mit einer Jahresrendite von zwei Prozent vollkommen unattraktiv macht, verpufften lange Zeit. Viele Investoren zogen niedrigst verzinste Anleihen den Aktien vor, selbst wenn diese weit höhere Renditen in Form üppiger Dividenden abwerfen.

Doch diese Zeit nähert sich offenbar dem Ende. Seitdem die Aktienkurse immer weiter steigen, fallen die der Anleihen. Dementsprechend steigen die Renditen - deutlich abzulesen ist das an der Umlaufrendite, in der viele verschiedene deutsche Staatsanleihen mit einer Laufzeit ab zwei Jahren zusammengefasst sind. Der rasante Renditeanstieg von 1,8 auf 2,3 Prozent in nur neun Wochen hinterlässt Spuren.

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Kommentare zu " Chartgespräch: „Raus aus Anleihen, rein in Aktien“"

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  • Hände weg von Aktien, weil damit würde der Untergrabung unserer Gesellschaft Vorschub geleistet! Fast alle international tätigen Unternehmen optimieren mittlerweile gegen die infrastruktur und gegen die Arbeitnehmer der westlichen Länder. Mehr muss man glaube ich nicht dazu sagen...

  • Geschätzte 4 billionen Dollar stiegen während der Krise von Aktien auf den Geldmarkt um. Nur etwa anderthalb billionen sind bisher zurückgekehrt. Es liegt auf der Hand, dass ihre Rückkehr den Aktienmarkt beflügelt, denn die Zahl der verfügbaren Aktien bleibt ja mehr oder weniger konstant.

    @ aruba: Wenn die Fed mehr Dollars druckt, fällt der Aktienmarkt keineswegs, sondern er steigt natürlich.

  • Guten Tag,.... Die US Notenbank will " par force " eine hoehere inflation;.... dies fuehrt zu hoeheren Zinsen. Hoehere Zinsen sind der Tod jeder Aktienhausse. Da das Handelsblatt sich aber an Privatanleger und ( hoffentlich ) banken richtet; die eh ihre Anleihen absitzen;..... teile ich die Meinung des Experten nicht. ich wuerde mich nicht vor einer drohenden baisse ( und die kommt ! ) voll in die Aktien fluechten. besten Dank.

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